Von ganz hintren aufs Stockel gefahren
- Hauptkategorie: DTM Paket
- ADAC GT Masters
- 31. August 2026
- Cornelia Simon
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Vom 04. bis 06. September gibt die GT3-Nachwuchsliga des ADAC auf der Oldschool-Strecke vor den Toren der Mozartstadt Gas. Auf dem 4,255 km langen Salzburgring gastiert das ADAC GT Masters zum zweiten Mal in der Seriengeschichte. Bei den insgesamt zwölf Kurven sticht eine heraus: Die Fahrerlagerkurve, die mit rund 245 km/h durchfahren wird und viel Mut erfordert. Auslaufzonen gibt es kaum, somit zählt Präzision, sonst geht es für die Piloten direkt ins Kiesbett. Auf dem Salzburgring warten erneut zwei Endurance-Rennen mit zwei Boxenstopps inklusive Fahrerwechseln. Während der 80 Minuten Renndauer werden einmal die Reifen getauscht und nach Belieben nachgetankt.
Die Ausgangslage könnte nicht spannender sein. Die Führenden, Felix Hirsiger / Finn Zulauf (Liqui Moly Team Engstler Motorsport) im Lamborghini Huracán GT3 Evo 2, liegen in der Tabelle mit 147 Punkten auf Rang eins und führen damit lediglich mit nur einen Punkt vor dem BMW-Duo Tim Zimmermann / Leyton Fourie (FK Performance Motorsport). Dritte in der Meisterschaft sind die Piloten von Haupt Racing Team Kiano Blum / Niklas Kalus mit ihrem Ford Mustang. Sie haben bislang 112 Zähler eingefahren. Für die Verfolger war der Salzburgring im vergangenen Jahr ein erfolgreiches Pflaster. Leyton Fourie fuhr am Sonntag zur Pole-Position und das Duo gewann das Rennen, nachdem sie am Vortag Sechste geworden waren.
Mit drei Saisonsiegen und einem weiteren Podiumsplatz im Gepäck, reisen die Tabellenführer nach Österreich. Finn Zulauf kommt voller Motivation an den Salzburgring, rechnet allerdings mit einem herausfordernden Wochenende für ihn und Teamkollege Felix Hirsiger. Drei Lokalmatadoren aus Österreich werden das zweite Saisonheimspiel im Kalender nach dem Red Bull Ring bestreiten. Einer davon ist Leo Pichler (Razoon - More than Racing). Mit seinem Porsche 911 GT3 R hat er bereits einen Saisonsieg gefeiert und hofft auf ein starkes Heimspiel Der Zweite im Bunde ist Tim Hütter aus Gallneukirchen. Für ihn ist es die zweite Saison im ADAC GT Masters. Gemeinsam mit dem Liqui Moly Team Engstler Motorsport greift auch er im Lamborghini an.
Auf den Auftritt vor seinen Landsleuten freut auch Kiano Blum (Haupt Racing Team), allerdings unter schwierigeren Voraussetzungen. Im Gegensatz zu seinen Kollegen hat der Ford-Pilot noch keine einzige Rennrunde auf dem Salzburgring gedreht. Auf sein Debüt freut sich an diesem Wochenende der 17jährige Pole Fabian Dybionka. Er wird sich für die beiden verbliebenen Saisonstationen den Ford Mustang GT3 des Haupt Racing Teams mit dem Norweger Emil Gjerdrum teilen.
Leyton Fourie (FK Performance Motorsport): „Der Salzburgring sollte uns und unserem Auto gut liegen. Unser Ziel ist klar: Wir möchten mindestens so erfolgreich sein wie im vergangenen Jahr und als Tabellenführer abreisen.“
Finn Zulauf (Liqui Moly Team Engstler): „Wir müssen die Rennen abwarten. Allerdings sollte die Strecke eine der schwierigeren für unseren Lamborghini werden. Wir versuchen, solide Punkte zu holen, um im Meisterschaftskampf zu bleiben. Unser Fokus liegt darauf, uns eine gute Ausgangslage für das Finale in Hockenheim zu schaffen.“
Leo Pichler (Razoon-More than Racing): „Es ist eine echte Oldschool-Strecke, die sehr speziell ist und alles zu bieten hat. Du hast lange Geraden, langsame und schnelle Kurven. Wenn das Wetter nicht mitspielen sollte, wird es extrem interessant, denn das ist nicht ohne. Wir haben schon auf dem Red Bull Ring gewonnen und ich hoffe, uns gelingt auf dem Salzburgring ein zweiter Heimsieg.“
Kiano Blum (Haupt Racing Team): „Mein Team war im vergangenen Jahr bereits da, also haben wir Daten und Videos, mit denen ich mich bestmöglich vorbereiten werde.“
13 Fahrerpaarungen machte sich am Freitagmorgen um 9.30 Uhr bei 20 Grad Außentemperatur bereit ihr einstündiges freies Training auf der 4,255 Kilometer langen Strecke unter die Räder zu nehmen. Zunächst kam es immer wieder zu Positionsverschiebungen. Am Ende war niemand Schneller als Simon Connor Primm / Robin Rogalski (HGL Racing) mit ihrem Audi R8 LMS GT3 Evo II. Sie hatten für alle eine Zeit von 1:17,686 Minuten gefahren. Mit nur knappen 0,032 Sekunden Rückstand belegten die BMW Piloten Leyton Fourie / Tim Zimmermann (FK Performance Motorsport) Rang zwei, gefolgt von den Porsche Fahrern Colin Bönighausen / Leo Pichler (razoon – more than racing). Die Tabellenführer mussten sich zunächst mit Rang vier zufrieden geben. Kiano Blum / Niklas Kalus (Haupt Racing Team) wurden mit ihrem Ford Mustang auf Platz acht gewertet.
Simon Connor Primm (HGL Racing): „Wir haben das erledigt, was wir uns vorgenommen haben und weitere Verbesserungen erzielt. Die Pitstops haben wir ebenfalls nochmal optimiert und ich fühle mich wohl im Auto. Sollte es am Samstag im Qualifying regnen, geht es einfach darum, wer sich am schnellsten auf die veränderten Bedingungen einstellen kann. Wir sind das gesamte Wochenende noch nicht im Nassen gefahren, aber letztlich muss ich einfach in allen Bedingungen mein Bestes geben und hoffen, dass es wieder so gut wird wie heute.“
Leyton Fourie (FK Performance Motorsport): „Das Auto fühlt sich gut an, die Balance passt und wir haben das Optimum aus dem Paket herausgeholt. Was die Longrun-Pace und generell das Rennen morgen betrifft, das liegt nicht in unserer Hand. Auch das Wetter könnte morgen eine Rolle spielen. Normalerweise ist unser Auto in diesen Bedingungen nicht so stark, aber vielleicht ist es auf dieser Strecke auch anders. Das lässt sich schwierig beurteilen, weil ich noch nie im Nassen hier gefahren bin.“
Am Freitagnachmittag um 15.10 Uhr ging es zum zweiten Mal hinaus. Da die Temperaturen jetzt angezogen hatten, konnten im nachhinein keine Zeitverbesserungen erreicht werden. Es ging erneut kein Weg an Simon Connor Primm / Robin Rogalski vorbei. Sie waren nach fünf Runden wieder mit einer Zeit von 1:18,065 Minuten die schnellsten im Feld. Rang zwei und drei nahmen diesmal Kiano Blum / Niklas Kalus und ihre Teamkollegen Emil Gjerdrum / Fabian Dybionka ein. Finn Zulauf / Felix Hirsiger (Liqui Moly Team Engslter) konnten sich nicht verbessern. Sie lagen auf Rang sechs. Etliche Plätze eingebüßt hatten auch Leyton Fourie / Tim Zimmermann und Leo Pichler / Colin Bönighausen. Sie wurden auf den Plätzen zwölf und neun gewertet.
Das Qualifying auf dem 4,241 km langen Salzburgring fand am Samstagmorgen bei starken Regen statt und musste von allen Piloten mit Regenreifen bestritten werden. Lediglich 14 Grad Luft- und 20 Grad Streckentemperatur stellten die Fahrer vor eine Herausforderung. Direkt beim Umschalten der Ampel ging das gesamte Feld auf die Strecke, um schnell eine Rundenzeit zu setzen. Hinter Finn Zulauf / Felix Hirsiger gelang dies Leo Pichler/ Colin Bönighausen am Besten. Mit starken Rundenzeiten arbeiteten sich die Porsche Piloten stetig näher an die Führenden heran, mussten sich am Ende jedoch aufgrund von 0,130 Sekunden Rückstand mit Rang zwei begnügen
Auf die dritte Startposition fuhren Simon Connor Primm / Robin Rogalski. Die Audi-Piloten hatten am Trainingstag dominiert und diese Leistung mit 0,355 Sekunden Rückstand zur Spitze auch im Qualifying untermauert. 0,046 Sekunden dahinter sortierten sich Niklas Kalus / Kiano Blum ein. Die Top-5 komplettierten Jamie Day / Boudouin Detout. Der Brite hatte allerdings gemeinsam mit Juliano Holzem / Sandro Holzem im BMW nach einem Ausrutscher in den nassen Verhältnissen für die Unterbrechung des Qualifyings gesorgt. Die Tabellenzweite, Leyton Fourie / Tim Zimmermann werden das Samstagsrennen in ihrem BMW M4 GT3 Evo von Startplatz sieben aus in Angriff nehmen.
Finn Zulauf (Liqui Moly Team Engstler): „Wir wussten, dass unser Auto im Regen gut sein wird und das hat sich bewahrheitet. Das Team hat wieder super Arbeit geleistet. Das ist eine extrem wichtige Pole in der aktuellen Situation. Wir wissen, dass unsere Meisterschaftskonkurrenten hier in trockenen Bedingungen sehr stark sein werden und dürfen uns jetzt nicht ausruhen. Wir sind auf alle Verhältnisse gut vorbereitet, denn auch unsere Longruns am Freitag bei trockenen Bedingungen waren gut und wir haben uns beide wohlgefühlt.“
Leo Pichler (razoon – more than racing): „Ich bin mit Startplatz zwei beim Heimspiel sehr zufrieden, das ist eine gute Ausgansposition. Aber natürlich wäre die Pole-Position schöner gewesen. Wir werden sehen, was heute Nachmittag im Rennen möglich ist. Wir sind für alle Bedingungen gut aussortiert und haben klar den zweiten Heimsieg der Saison im Fokus.“
Ihren neunten Lauf nahmen die Protagonisten am Samstagmittag bei trockenem Wetter und 17 Grad Außentemperatur unter die Räder. Das Rennen wurde als wett race erklärt. Für die Pole Setter funktionierte es nicht nach Plan, denn ihr Lamborghini musste wegen technischer Probleme wieder in die Box geschoben werden. Ob sie es noch rechtzeitig schaffen am Rennen teilzunehmen und wenn es aus der Boxengasse wäre, wäre dem Team zu wünschen. Der fliegende Start funktionierte nach den zwei Einführungsrunden ohne Probleme und Leon Pichler / Colin Bönighhausen kamen gut weg und führten das Feld in die erste Kurve. Die Aston Martin Piloten waren bereits in der ersten Runde in langsamer Fahrt unterwegs.
Nach dieser Runde führten weiterhin Leo Pichler / Colin Bönighausen vor Simon Connor Primm / Robin Rogalski und Niklas Kalus / Kiano Blum. Pavel Lefterov / Mark Kastelic mussten mit technischen Problemen die Box bereits aufsuchen. Genauso kamen auch die Aston Martin Piloten zu ihrer Crew zurück. Leyton Fourie / Tim Zimmermann waren immer noch auf Rang sieben unterwegs. Unterdessen wurden Niklas Kalus / Kiano Blum arg unter Druck gesetzt wurde von Emil Gjerdrum / Fabian Dybionka. Hier kämpften die Teamkollegen um Rang drei. Die ersten vier konnten sich ein wenig absetzen. John Paul Southern / Jonas Karklys auf Rang fünf hatten alle Hände voll zu tun sich Leyton Fourie / Tim Zimmermann und Juliano Holzem / Sandro Holzem vom Hals zu halten.
Unterdessen fing es wieder leicht an zu tröpfeln. Niklas Kalus / Kiano Blum konnten Emil Gjerdrum / Fabian Dybionka nicht mehr halten und mussten sie ziehen lassen. An der Spitze hatten sich die Porsche Piloten ein wenig abgesetzt. Nachdem Niklas Klaus / Kiano Blum von ihren Teamkollegen niedergerungen worden waren, war der rote Ford Mustang etwas von der Strecke abgekommen. Sie hatten aber keinen Platz verloren. Die Führenden hatten einen Vorsprung von 2,1 Sekunden nach neun Runden herausgefahren. Bei noch 65 Minuten zu fahrender Zeit öffnete das Boxenzeitfenster zum ersten mal. Die Piloten blieben alle weiter auf der Strecke. Unterdessen fing es jetzt etwas stärker an zu regnen. Als Erste kamen Niklas Kalus / Kiano Blum in die Box. Leyton Fourie / Tim Zimmermann hatten immer noch keinen Weg gefunden an John Paul Southern / Jonas Karklys vorbeizugehen .
Joseph Ellerine / Luca Link hatten nun auch ihren Stopp vollzogen. Die Pole Setter hatte man bei noch 61 Minuten zu fahrender Zeit auf die Strecke geschickt. Kiano Blum / Niklas Kalus hatte die Reifen nicht gewechselt. Tim Hütter / Ethan Brown vollzogen unterdessen ihren Stopp bei noch 59 Minuten zu fahrender Zeit. Wenig später kamen auch Leyton Fourie / Tim Zimmermann, Emil Gjerdrum / Fabian Dybionka zum ersten Stopp herein. An der Spitze hatte es einen Wechsel gegeben und zwar waren Simon Connor Primm / Robin Rogalski an Leo Pichler / Colin Bönighausen vorbeigegangen. Danach vollzogen dann die Porsche Piloten ihren ersten Stopp. Dadurch geriet die Reihenfolge erst einmal durcheinander. Bei einer Minute und 42 Sekunden verbleibender Zeit, bevor das Boxenzeitfenster wieder schloss, waren die jetzigen Spitzenreiter in die Box gekommen.
Robin Rogalski / Simon Connor Primm waren vor Colin Bönighausen / Leo Pichler wieder auf die Strecke hinausgekommen. Doch es dauerte nicht lange, da wurden sie von den Porsche Piloten wieder niedergerungen. Nachdem nun alle in der Box gewesen waren, führten Colin Bönighausen / Leo Pichler vor Robin Rogalski / Simon Connor Primm und Fabian Dybionka. Kiano Blum / Niklas Kalus und Tm Zimmermann / Leyton Fourie lagen auf den Rängen vier und sieben. Die Tabellenzweiten hatten sich nach 18 Runden mit einigen Wagenlängen vom übrigen Feld abgesetzt. Luca Link / Joseph Ellerine die auf Platz drei unterwegs waren, hatten eine Runde Rückstand. Sie wurden dann auch bei noch 50 Minuten zu fahrender Zeit von den beiden Ford Mustangs niedergerungen.
Nachdem Fabian Dybionka / Emil Gjerdrum Robin Rogalski / Simon Connor Primm niedergerungen hatten, lagen die Audi Piloten im Sandwich der beiden Ford Mustangs. Es dauerte auch nicht lange und Kiano Blum / Niklas Kalus konnten sich auf Platz drei fahren. Von alledem bekamen die Spitzenreiter nichts mit, denn ihr Vorsprung wurde immer größer. Rundenlang dauerte nun der Kampf der Teamkollegen im Ford Mustang an. Fabian Dybionka / Emil Gjerdrum auf Rang zwei führten eine Truppe von vier Fahrzeugen an. Mit 3,6 Sekunden waren Colin Bönighausen / Leo Pichler auf und davon gefahren. Zur gleichen Zeit hatten sich die beiden Ford Mustangs etwas von ihren Verfolgern befreien können. Tim Zimmermann / Leyton Fourie auf Rang sieben hatten nach vorne und hinten genug Luft.
Felix Hirsiger / Finn Zulauf waren wieder in die Box gekommen und gaben dann dort das Rennen endgültig auf. Sandro Holzem / Juliano Holzem hatten zwischenzeitlich Robin Rogalski / Simon Connor Primm niedergerungen und sich damit auf Platz vier gefahren. Sie setzten sich auch direkt von ihren Verfolgern etwas ab. Bei noch 37 Minuten zu fahrender Zeit hatten sich die Holzem Brüder an die beiden Ford Mustangs heran gefahren. Kiano Blum / Niklas Kalus hatten alle Hände voll zu tun sich die BMW Piloten vom Hals zu halten. Drei Minuten später hatten Kiano Blum / Niklas Kalus endlich geschafft in der Fahrerlagerkurven außen herum an ihre Teamkollegen vorbeizugehen. Der rote Ford Mustang versuchte sich auch sofort abzusetzen. Der Abstand von Sandro Holzem / Juliano Holzem auf Fabian Dybionka / Emil Gjerdrum war bei noch 26 Minuten zu fahrender Zeit wieder größer geworden.
Zwischenzeitlich hatten sich Kiano Blum / Niklas Kalus Runde um Runde näher an Colin Bönighausen / Leo Pichler herangefahren. Bei noch 24 Minuten zu fahrender Zeit kamen Fabian Dybionka / Emil Gjerdrum zum zweiten Mal zu ihrem Pflichtboxenstopp herein. Ihnen folgten dann auch Robin Rogalski / Simon Connor Primm, Jonas Karklys / John Paul Southern, Luca Link / Joseph Ellerine und Baudouin Detout / Jamie Alan Day. Drei Minuten später kamen dann auch die Drittplatzierten in der Meisterschaft in die Box, gefolgt von Tim Zimmermann / Leyton Fourie. Beim nächsten Umlauf vollzogen auch die Führenden ihren zweiten Boxenstopp. Zur gleichen Zeit wurden Niklas Kalus / Kiano Blum von Leyton Fourie / Tim Zimmermann niedergerungen.
Sandro Holzem / Julian Holzem und Ethan Brown / Tim Hütter mussten ihren zweiten Stopp noch hinter sich bringen. Leo Pichler / Colin Bönighausen konnten Leyton Fourie / Tim Zimmermann nicht mehr halten und mussten die BMW Piloten ziehen lassen. Hinter den BMW Fahrern lieferten sich unterdessen wieder Emil Gjerdrum / Fabian Dybionka und Niklas Kalus / Kiano Blum einen harten Kampf um Position zwei. Nachdem alle ihren zweiten Stopp vollzogen hatten führten Leyton Fourie / Tim Zimmermann mit einigen Wagenlängen Vorsprung vor Emil Gjerdrum / Fabian Dybionka und Niklas Kalus / Kiano Blum. Leo Pichler / Colin Bönighausen hatten unterdessen die Holzem Brüder niedergerungen, da die Reifen noch nicht die gewünschte Temperatur hatten und waren somit auf Rang vier unterwegs. Bei noch zehn Minuten zu fahrender Zeit betrug der Vorsprung der Führenden nur 0,486 Sekunden.
Die ersten drei waren mit einem großen Vorsprung auf und davon gefahren. Leo Pichler / Colin Bönighausen auf Platz vier hatten einen Rückstand von über drei Sekunden. Absolute Kampflinie mussten Leyton Fourie / Tim Zimmermann fahren, denn der Druck von Emil Gjerdrum / Fabian Dybionka wurde immer größer. Niklas Kalus / Kiano Blum auf Platz drei schauten sich dieses Duell in aller Ruhe an. Sie mussten aber aufpassen denn Leo Pichler / Colin Bönighausen waren unterdessen näher heran gekommen. Nach 58 Runden holten sich Leyton Fourie / Tim Zimmermann mit einem Vorsprung von 0,493 Sekunden den Sieg vor Emil Gjerdrum / Fabian Dybionka und Niklas Kalus / Kiano Blum. Leo Pichler / Colin Bönighausen sahen die Zielflagge als Vierte. Damit führen Leyton Fourie / Tim Zimmermann nun mit 171 Punkte die Meisterschaft an.
Tim Zimmermann (FK Performance Motorsport): „Ich freue mich riesig über diesen Sieg, weil er absolut unerwartet kam. Die Tests im Vorfeld haben nicht dafürgesprochen. Umso mehr hat mich die Pace des Autos überrascht - vor allem im Mittelstint. Doch selbst nachdem sich das Feld gegen Ende wieder sortiert hatte, war es so knapp mit dem Ford, dass ich nicht wirklich an den Sieg geglaubt habe."
Leyton Fourie (FK Performance Motorsport): „Ich freue mich riesig. Nach dem ersten Stint hatte ich an P4 gedacht, aber die Entscheidung, den ersten Stopp mit Reifenwechsel zu absolvieren, war super. Wir haben das Maximum herausgeholt, trotzdem war ich sehr überrascht, als mein Ingenieur meinte, dass wir vorne sind. Es war sehr hart, am Ende den Ford hinter mir zu halten, zumal ich die älteren Reifen hatte. Jetzt sind wir glücklich, zuversichtlich und wissen, was wir in Sachen Meisterschaft zu tun haben. Trotzdem tut es mir leid für unsere Konkurrenten, denn so möchten wir keine Punkte aufholen.“
Emil Gjerdrum (Haupt Racing Team): „Leyton ist mein Freund und wir kennen uns sehr gut. Ich wusste, er würde maximal verteidigen und so kam es auch. In Kurve fünf wurde es richtig eng, aber er hat den Scheitelpunkt perfekt getroffen und ich kam nicht vorbei. Ich bin wirklich glücklich über das Ergebnis. Das Auto lag wie auf Schienen und uns fehlte nur ein Hauch. Wenn wir das am Sonntag noch etwas optimieren, kämpfen wir um den Sieg.“
Niklas Kalus (Haupt Racing Team): „Als ich schließlich auf die Strecke kam, hatte unser Schwesterauto schon warme Reifen und ging problemlos vorbei. Nur eine Runde später waren meine Reifen da, aber in der verwirbelten Luft hatte ich keine Möglichkeit mehr. Ich habe mein Bestes gegeben und versucht, beim Bremsen näherzukommen. Irgendwann haben meine Vorderreifen aufgegeben."
Das zweite Zeittraining fand am Sonntagmorgen bei besseren Witterungsbedingungen statt. Es war trocken und daher konnten auch schnellere Zeiten gefahren werden. Das Fahrzeug von Felix Hirsiger / Finn Zulauf war wieder mit von der Partie. Wiederum waren sie das Maß der Dinge. Sie hatten nach neun absolvierten Runden mit einer Zeit von 1:16,730 Minuten mit ihrem Lamborghini die Pole Position nach Hause gefahren. Hinter ihnen werden mit 0,314 Sekunden Rückstand Kiano Blum / Niklas Kalus ins Rennen gehen, gefolgt von Colin Bönighausen / Leo Pichler. Die neuen Tabellenführer Tim Zimmermann / Leyton Fourie mussten sich mit der vierten Startreihe zufrieden geben. Fabian Dybionka / Emil Gjerdrum gehen von Startposition vier ins Rennen.
Im nachhinein wurden Felix Hirisger / Finn Zulauf die Pole Position aberkannt wegen eines Verstoßes gegen die In-Session-Parc-Fermé-Regeln und wurden dadurch nachträglich disqualifiziert und starten das Rennen aus der letzten Startposition. Daher werden Kiano Blum / Niklas Kalus von der Pole Position aus ins Rennen gehen, gefolgt von Colin Bönighausen / Leo Pichler und Fabian Dybionka / Emil Gjerdrum. Alle anderen Piloten rücken dadurch einen Startplatz nach vorne.
Ihren zweiten Lauf am Sonntag nahmen die Piloten bei strahlendem Wetter unter die Räder. Kiano Blum / Niklas Kalus konnten ihre Pole Position in eine Führungsposition umwandeln. Man konnte sich auch sofort ein wenig absetzen. Überall im Feld wurde hart um jede Position gekämpft. Nach der ersten Runde führten weiterhin Kiano Blum / Niklas Kalus mit einem Vorsprung von 0,7 Sekunden gefolgt von Colin Bönighausen / Leo Pichler und Storm Gjerdrum / Fabio Rauer. Fabian Dybionka / Emil Gjerdrum waren bis auf Platz zwölf zurückgefallen. Unterdessen waren Felix Hirisger / Finn Zulauf auf Platz neun nach vorne gefahren. Die neuen Tabellenführer hatten auch schon Boden gut gemacht und versuchten nun ihre Teamkollegen zu attackieren. Doch sie wurden von Mark Kastelic / Pavel Lefterov attackiert.
Dies spielte nun in die Hände von Storm Gjerdrum / Fabio Rauer auf Rang drei, denn sie konnten sich weiter von ihren Verfolgern befreien. Unter Druck gerieten nun auch Jonas Karklys / John Paul Southern. Sie wurden von den Holzem Brüdern beschäftigt. Unterdessen hatten Felix Hirsiger / Finn Zulauf weiter an Boden gut gemacht. Sie hatten die Holzem Brüder niedergerungen und machten sich nun auf den Weg zu Mark Kastelic / Pavel Lefterov. Auch der zweite Ford Mustang mit den Piloten Fabian Dybionka / Emil Gjerdrum hatten sich bei noch 70 Minuten zu fahrender Zeit auf Rang acht nach vorne gearbeitet. An der Spitze konnten sich Kiano Blum / Niklas Kalus und Colin Bönighausen / Leo Pichler vom Feld absetzen. Tim Zimmermann / Leyton Fourie auf Rang vier hatten alle Hände voll zu tun sich die Porsche und Lamborghini Piloten vom Hals zu halten.
Hinter diesen drei hatten Sandro Holzem / Juliano Holzem ebenfalls alle Hände voll zu tun sich den schwarzen Mustang vom Hals zu halten. Mit aufgeblendeten Scheinwerfern waren Fabian Dybionka / Emil Gjerdrum unterwegs. Bei noch 65 Minuten zu fahrender Zeit hatten die Haupt Racing Piloten es endlich geschafft sich auf Rang sieben zu fahren. Auf einer enormen Aufholjagd waren die Tabellenführer unterwegs. Denn als das Boxenstoppfenster sich geöffnet hatte, hatten sie sich bereits auf Rang vier gefahren. Zunächst blieben die Piloten noch draußen. Doch bei noch 63 Minuten zu fahrender Zeit kamen direkt vier Fahrzeuge zum ersten Pflichtboxenstopp herein. Es waren die Tabellenführer, Fabian Dybionka / Emil Gjerdrum. Jonas Karklys / John Paul Southern und Robin Rogalski / Simon Connor Primm.
Die Pole Setter blieben weiterhin draußen. Emil Gjerdrum / Fabian Dybionka waren zu schnell aus der Boxengasse heraus gekommen und somit mussten im nachhinein dann eine Penalty lap absitzen. Colin Bönighausen / Leo Pichler waren die Ersten aus der Spitzengruppe die ihren ersten Stopp vollzogen. Leo Pichler / Colin Bönighausen kamen nach ihrem Stopp hinter Finn Zulauf / Felix Hirsiger wieder auf die Strecke hinaus. Bei noch 56 Minuten zu fahrender Zeit mussten die ersten sechs Fahrzeuge noch ihren Stopp hinter sich bringen. Kiano Blum / Niklas Kalus waren weiterhin auf der Strecke unterwegs. Tim Hütter / Ethan Brown standen am Rande der Strecke. Beim nächsten Umlauf kamen nun auch die Führenden herein. Nachdem alle ihren Stopp hinter sich gebracht hatten und die Reihenfolge wieder hergestellt war, führten Leo Pichler / Colin Bönighausen.
Nachdem Niklas Kalus / Kiano Blum wieder auf der Strecke hinausgefahren waren, hatten sie einen Verbremser und mussten durch den Notausgang. Dadurch hatten sie mächtig an Boden verloren. Zwischenzeitlich waren Tim Hütter / Ethan Brown in die Box gekommen und man gab dort das Rennen früher auf als geplant. Einen harten Kampf lieferten sich Emil Gjerdrum / Fabian Dybionka und Juliano Holzem / Sandro Holzem. Es dauerte nicht lange und die Ford Mustang Piloten waren an den BMW Fahrern vorbei gegangen. An der Spitze führten weiterhin Leo Pichler / Colin Bönighausen vor Pavel Lefterov / Mark Kastelic und Jamie Alan Day / Baudouin Detout. Unterdessen wurden Niklas Kalus / Kiano Blum plötzlich langsamer. Es dauerte ein wenig, dann hatte der Ford Mustang wieder richtig Speed.
Man lag jetzt nur noch auf Rang zehn und wurde von Simon Connor Primm / Robin Rogalski unter Druck gesetzt. Alle Hände voll zu tun hatten auch Pavel Lefterov / Mark Kastelic, denn Jamie Alan Day / Baudouin Detout setzen sie arg unter Druck. Im nachhinein mussten sie dann die Aston Martin Piloten ziehen lassen. Damit hatte es auf Rang zwei einen Wechsel gegeben. Von alledem bekamen die Führenden nichts mit, denn sie hatten sich mit einigen Wagenlängen vom Feld abgesetzt. Leyton Fourie / Tim Zimmermann lagen auf Platz acht. Sie hatten nach vorne und hinten genug Luft. Rundenlang dauerte der Kampf um Rang drei zwischen Pavel Lefterov / Mark Kastelic und Emil Gjerdrum / Fabian Dybionka an. An der Spitze hatten die Porsche Piloten einen Vorsprung von über 19 Sekunden herausgefahren.
Unterdessen versuchten Finn Zulauf / Felix Hirsiger sich die Holzen Brüdern zurecht zu legen. Bei noch 40 Minuten zu fahrender Zeit waren dann die Lamborghini Piloten an den BMW Piloten vorbeigegangen und nahmen jetzt Platz fünf ein. Im nachhinein konnten Niklas Kalus / Kiano Blum Simon Connor Primm / Robin Rogalski nicht halten und mussten die Audi Fahrer ziehen lassen. Damit war der zweite Ford Mustang nur auf Rang elf unterwegs. In den letzten 34 Minuten hatten sich Finn Zulauf / Felix Hirsiger an das Duo Emil Gjerdrum / Fabian Dybionka und Pavel Lefterov / Mark Kastelic herangearbeitet. Juliano Holzem / Sandro Holzem mussten sich harten Attacken gegenüber ihren Markenkollegen Fabio Rauer / Storm Gjerdrum erwehren.
Bei noch 24 Minuten öffnete das Boxenzeitfenster zum zweiten Mal. Die Führenden kamen nun als Erste herein, gefolgt von Emil Gjerdrum / Fabian Dybionka und Julian Holzem / Sandro Holzem. Die Reihenfolge geriet nun erst einmal durcheinander. Finn Zulauf / Felix Hirisger hatten es jetzt endlich geschafft an Pavel Lefterov / Mark Kastelic vorbeizugehen und sich damit auf Rang zwei zu fahren. Sie mussten aber noch ihren zweiten Stopp hinter sich bringen. Niklas Kalus / Kiano Blum vollzogen bei noch viereinhalb Minuten des geöffneten Boxenzeitfensters ihren Stopp. Felix Hirsiger / Finn Zulauf kamen vor Colin Bönighausen / Leo Pichler wieder auf die Strecke hinaus. Damit führten die Lamborghini Piloten vor den Porsche Fahrern. Mit aufgeblendeten Schweinwerfern waren diese unterwegs.
Nachdem das Boxenstoppzeitfenster geschlossen hatte, mussten sich Tim Zimmermann / Leyton Fourie mit Storm Gjerdrum / Fabio Rauer auseinander setzen. An der Spitze waren Felix Hirisger / Finn Zulauf unterwegs, gefolgt von Colin Bönighausen / Leo Pichler und Baudouin Detout / Jamie Alan Day. Kiano Blum / Niklas Kalus lagen auf Rang elf. Der führende Lamborghini hatte nur einen knappen Vorsprung von 0,8 Sekunden. Danach riss das Feld erst einmal ab. Tim Zimmermann / Leyton Fourie lagen auf Platz fünf. Robin Rogalski / Simon Connor Primm hatten gleich drei Fahrzeuge im Schlepptau. Der letzte Platz auf dem Stockel war noch nicht sicher, denn Baudouin Detout / Jamie Alan Day wurden hart attackiert von Storm Gjerdrum / Fabio Rauer. Dies schauten sich in aller Ruhe Tim Zimmermann / Leyton Fourie an.
Rundenlang dauerte der Kampf um Platz sieben an. Robin Rogalski / Simon Connor Primm mussten absolute Kampflinie fahren, denn Jonas Karklys / John Paul Southern drückten mächtig von hinten. In der Schlussphase war aus dem Quartett ein zweier Paket geworden, denn Mark Kastelic / Pavel Lefterov konnten das Tempo der beiden vor ihm fahrenden nicht mehr ganz mit gehen. Sie musste aber trotzdem aufpassen, dass die Holzem Brüder nicht noch vorbeigehen. In den letzten Runden konnten sich Felix Hirsiger / Finn Zulauf von den Porsche Fahrern mit 1,5 Sekunden lösen. In der letzten Runde kam der Platztausch auf Rang vier und zwar konnten Tim Zimmermann / Leyton Fourie an Storm Gjerdrum / Fabio Rauer vorbeigehen. Nach 60 Runden holten sich Felix Hirsiger / Finn Zulauf den Sieg vor Colin Bönighausen / Leo Pichler und Baudouin Detout / Jamie Alan Day. Das Geburtstagskind Tim Zimmermann wurde mit seinem Partner Leyton Fourie als Vierte abgewunken. Kiano Blum / Niklas Kalus sahen die Ziellinie auf Platz elf.
In der Meisterschaft führen nun Leyton Fourie / Tim Zimmermann mit 184 Punkten vor Felix Hirsiger / Finn Zulauf mit 179 und Kiano Blum / Niklas Kalus mit 136 Punkten. Auf Platz eins in der Road to DTM-Wertung liegt Leyton Fourie mit 214 Zähler, gefolgt von Finn Zulauf mit 207 und Kiano Blum mit 168 Zähler. Auch die Silver-Cup-Wertung führen Leyton Fourie / Tim Zimmermann mit 184 Punkten an. Platz zwei und drei nehmen Felix Hirsiger / Finn Zulauf mit 179 und Kiano Blum / Niklas Kalus mit 137 Punkten. FK Performance Motorsport hat in der Team-Wertung mit 284 Zähler die Nase vorne. Dahinter liegen Haupt Racing Team mit 238 und Engstler Motorsport mit 233 Zähler.
Finn Zulauf (Liqui Moly Team Engstler Motorsport): „Uns ist kein Stein, sondern ein Felsen vom Herzen gefallen. Das Ziel war, vor unseren Meisterschaftskonkurrenten zu bleiben, um nicht noch mehr Punkte zu verlieren. Wohl niemand hat damit gerechnet, dass wir dieses Rennen gewinnen. Jetzt heißt es ‚Gloves off‘ in Hockenheim – die Zurückhaltung ist vorbei!.“
Felix Hirsiger (Liqui Moly Team Engstler Motorsport): „Endlich Payback! Jetzt haben wir hoffentlich alles an Problemen abgearbeitet. Das Auto war wirklich unglaublich, auch noch auf gebrauchten Reifen. In den letzten Runden musste ich in den Rhythmus kommen, den Rückspiegel im Auge behalten und sauber fahren. Zum Glück ist mir das gelungen und wir können jetzt feiern.“
Leo Pichler (razoon – more than racing): „Wir haben schon erwartet, dass wir auf Platz zwei wieder auf die Strecke kommen, hatten aber aufgrund der neuen Reifen die Hoffnung, dass wir mit ihrem Speed mithalten können, aber das hat nicht geklappt“, erklärte Pichler nach Platz zwei beim Heimspiel. „Trotzdem sind wir glücklich mit dem Ergebnis und ich freue mich sehr über einen Podiumsplatz in Österreich, denn wir wissen, dass wir persönlich das Maximum aus uns und unseren Möglichkeiten herausgeholt haben.“
Jamie Alan Day (Comtoyou Racing): „Wir hatten sicher nicht den Start, den wir wollten. Trotzdem sind wir immer hungrig geblieben und haben bis zur Zielflagge Druck gemacht. Wir haben im mittleren Stint die warmen Reifen gehabt, wodurch ich die Lücke für den Boxenstopp und den letzten Stint aufreißen konnte. Das ist ein super Ergebnis für uns und das gesamte Team.“