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Rene Rast holte sich zum dritten Mal den Meistertitel - Rennen 2

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Bei schönstem Wetter nahmen die Piloten ihren Finallauf der DTM 2020 am Sonntagmittag unter die Räder. Nach der Einführungsrunde funktionierte der Start wiederum ohne Probleme. Rene Rast konnte seine Position nicht behaupten, denn Mike Rockenfeller hatte bereits vor der ersten Kurve die Führung übernommen. Hier ging es diesmal mit viel Disziplin hindurch. Rene Rast lag unterdessen auf Rang zwei, gefolgt von Nico Müller. Robert Frijns geriet auf der Start und Zielgeraden unter Druck von Ferdinand Habsburg. Jamie Green hatte einen Platz eingebüßt. Im Verlauf der vierten Runde kam der erste Angriff von Rene Rast auf Mike Rockenfeller. Beim Überholen kam es zu einer leichten Berührung. Der Tabellenführer setzte sich auch direkt etwas von seinen Verfolgern ab.

Die ersten sechs Fahrzeuge hatten sich ein wenig vom übrigen Feld abgesetzt. Robert Kubica und Sheldon van der Linde lieferten sich einen harten Kampf um Platz zwölf. Der Südafrikaner hatte im nach hinein den Polen etwas ins Aus geschickt. Für diese Aktion erhielt er dann von der Rennleitung eine Verwarnung. An der Spitze hatte Rene Rast sich bereits einen Vorsprung von 1,32 Sekunden erarbeitet. Mike Rockenfeller musste in der achten Runde absolute Kampflinie fahren, denn Nico Müller drückte enorm von hinten. Jamie Green auf Platz vier schaute sich diesen Zweikampf in aller Ruhe an. Beim nächsten Umlauf konnte Nico Müller durch den Überschuss ohne Probleme an Mike Rockenfeller vorbeigehen.

Nico Müller holte alles aus seinem Auto heraus um Rene Rast zu überholen. Doch dieser fuhr unterdessen die schnellsten Rundenzeiten. Sollte Nico Müller gewinnen würde Rene Rast Platz fünf reichen um trotzdem Meister zu werden. In der vierzehnten Runde war Nico Müller in der Parabolika an Rene Rast dran. Zur gleichen Zeit konnte Robin Frijns an Jonathan Aberdein vorbeigehen und lag jetzt auf Rang fünf. Als erster kam Lucas Auer nach dreizehn Runden zum Pflichtboxenstopp herein. Zwischenzeitlich hatte Rene Rast sich gegenüber Nico Müller wieder etwas Luft verschafft. Er konnte danach seinen Vorsprung auch wieder vergrößern. Nico Müller holte man nach 15 Runden zum Reifenwechsel herein.

Nico Müller reihte sich zunächst auf Rang dreizehn nach seinem Stopp wieder ein. Platz zwei und drei nahmen Mike Rockenfeller und Jamie Green ein. So nach und nach kamen dann die Fahrer herein. So waren z.B. Mike Rockenfeller und Robin Frijns zeitgleich in der Box. Acht Fahrer mussten bei noch 30 Minuten zu fahrender Zeit in die Box. Nico Müller hatte zu dieser Zeit Probleme seinen Push-to-Pass-Knopf zu drücken. Nach 17 Runden holte sich Rene Rast neue Reifen. Er musste sich danach hinter Nico Müller einreihen. Zu dieser Zeit führte Sheldon van der Linde. Er und Marco Wittmann sowie Harrison Newey mussten noch ihren Pflichtboxenstopp absolvieren. Eine Durchfahrtsstrafe erhielt Ferdinand Habsburg, weil er in der Boxengasse zu schnell unterwegs war.

Der Push-to-Pass-Knopf funktionierte zwischenzeitlich bei Nico Müller wieder. Als Letzter vollzog der Südafrikaner dann seinen Stopp. Damit war die Reihenfolge wieder hergestellt und es führte Nico Müller vor Rene Rast und Mike Rockenfeller. Fabio Scherer hatte sich verbremst und war danach etwas auf Abwegen unterwegs. Der führende Schweizer hatte sich mit 3,911 Sekunden auf und davon gemacht. Mike Rockenfeller auf Rang drei bekam es jetzt mit Robin Frijns zu tun. Dieser kam Runde um Runde immer näher heran. Robert Kubica hatte in den verbleibenden 22 Minuten Sheldon van der Linde niedergerungen und sich damit auf Platz zwölf gefahren. In den letzten 18 Minuten hatte Rene Rast sich Nico Müller zu Recht gelegt und zog an ihm vorbei. Zu dieser Zeit erhielt Rene Rast von der Rennleitung eine Verwarnung wegen durchdrehender Reifen beim Boxenstopp. Das Fahrzeug muss auf dem Boden stehen, bevor die Reifen durchdrehen dürfen.

Nach dem Überholen von Nico Müller hatte sich Rene Rast immer weiter absetzen können. Er war mit 3,227 Sekunden auf und davon gefahren. Eine viertel Stunde vor Ende holte sich Lucas Auer erneut neue Reifen. Zu dieser Zeit bauten die Reifen des Schweizers immer mehr ab. Unterdessen kämpfte Lucas Auer am Ende des Feldes mit stumpfen Waffen. Er wurde von Rene Rast und Nico Müller überrundet. Einen harten Kampf mit Kontakt lieferten sich Loic Duval und Jonathan Aberdein in der Parabolika. Der Audi-Pilot musste im nach hinein dann den Platz mit Jonathan Aberdein wieder tauschen. Hier ging es um Rang sechs. An der Spitze fuhr Rene Rast ein einsames Rennen, denn sein Vorsprung war auf über sechs Sekunden angewachsen.

Rundenlang behackten sich Jamie Green und Robin Frijns. Hier ging es um Platz vier. Der Brite konnte sich gegenüber dem Niederländer durchsetzen und machte sich in der Schlussphase auf den Weg zu Mike Rockenfeller. Im Verlauf der 34. Runde musste Mike Rockenfeller absolute Kampflinie fahren, den Jamie Green war dran. Vor der Parabolika ging Jamie Green vorbei. Danach kam es zu einem leichten Kontakt. Jamie Green konnte sich aber behaupten und lag jetzt auf Rang drei. In der letzten Runde führte Rene Rast das Rennen mit elf Sekunden Vorsprung an. Nach 37 Runden holte sich Rene Rast als Sieger seinen dritten Meistertitel. Auf den Plätzen zwei und drei wurden Nico Müller und Jamie Green abgewunken.

Rene Rast sicherte sich die Meisterschaft mit 353 Punkten vor Nico Müller mit 330 und Robin Frijns mit 279 Punkten. Audi Sport Team Abt Sportsline hatte sich mit 609 Zähler in der Teamwertung den Titel gesichert. Platz zwei und drei nehmen Audi Sport Team Rosberg mit 451 und Audi Sport Team Phoenix mit 247 Zähler ein. Die Konstruktionswertung ging mit 1253 Punkten an Audi vor BMW mit 500 Punkten.

Gerhard Berger, 1. Vorsitzender ITR e.V. „Es war eine gute Saison für die DTM. Trotz der Pandemie hatten wir neun erfolgreiche Veranstaltungen ohne einen Corona-Vorfall. Wir haben die Fans und all ihre Emotionen an den Rennstrecken sehr vermisst, aber wir haben ihnen trotzdem guten Sport geliefert. Ich war beeindruckt von dem harten, aber fairen Titelkampf. René Rast hat die Dinge zum Saisonende regelrecht zu seinen Gunsten gedreht. Nico Müller war auf einem ähnlich hohen Level, beide haben eine eindrucksvolle Performance gezeigt. Dieser faszinierende Rennsport ist die DNA der DTM und bleibt auch in Zukunft das Herzstück unserer Plattform.“

René Rast (Audi Sport Team Rosberg), Meister 2020: „Wenn mir vor fünf, sechs Wochen jemand das vorausgesagt hätte, hätte ich gesagt, dass er keine Ahnung von Motorsport hat. Das Rennen war total emotional. Mein Auto ist einfach nur geflogen, es war unglaublich gut und schnell. Ich bin über weite Strecken alleine unterwegs gewesen, da war es schwierig, den Fokus zu behalten. Mir gingen so viele Dinge durch den Kopf, und immer wieder habe ich neue Geräusche gehört und gebetet, dass das Auto hält. Ich bin meinen Jungs, meinem Team so dankbar. Es ist großartig, was sie geleistet haben. Sie haben mein Auto geliebt, es war ihnen heilig, dass selbst ich es manchmal nicht berühren durfte. Mein künftiges Team in der Formel E, Audi Sport Abt Sportsline, hat mir mit seinen Fahrern, mit Nico Müller und Robin Frijns über die ganze Saison einen harten Fight geliefert. Es war mein 24. Sieg, und das in nur drei Jahren. Jetzt bin ich der nach Siegen erfolgreichste Audi-Fahrer in der DTM-Historie der Marke. Das und dieser dritte Titel bedeuten mir sehr sehr viel."

Thomas Biermaier, Audi Sport Team Abt Sportsline, Gewinner Team-Wertung: „Ehrlich gesagt, wir sind nach Hockenheim gekommen, um bis zur letzten Flagge zu kämpfen. Aber René Rast hat in den letzten sechs Rennen einfach keinen Fehler gemacht, er hat es uns sehr schwer gemacht. Außer in Zolder waren wir immer konkurrenzfähig. Wir sind aber trotzdem sehr stolz auf unsere beiden Fahrer. Wir stark Nico Müller und Frijns waren, zeigt auch der frühzeitige Gewinn der Team-Wertung. Herzlichen Glückwunsch an René Rast und an das Team Rosberg."

Timo Glock (BMW Team RMR): „Ehrlich gesagt bin ich persönlich mit der Saison 2020 zufrieden, nachdem 2019 eine so schlecht für mich gelaufen ist. Ich habe einen zweiten Platz erzielt und für BMW die erste DTM-Pole-Position nach langer Zeit herausgefahren. Ich bin der älteste BMW-Fahrer und habe gezeigt, dass ich mit den Jungen noch ganz gut mithalten kann. Die DTM mit diesen Class-1-Tourenwagen war einfach klasse, und es ist schade, dass diese Autos nun ins Museum gerollt werden. Aber wenn eine Tür zugeht, geht immer eine neue auf. Es war auf jeden Fall eine tolle Zeit.“

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