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Nico Müller holt am Samstag volle Punktzahl

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Auch am Sonntag meinte es der Wettergott gut mit den Piloten und sie gingen erneut bei sonnigem Wetter an den Start. Ferdinand Habsburg wurde disqualifiziert vom Qualifying für das Sonntagsrennen wegen unerlaubten Arbeitens unter Parc-Fermè Bedingungen. Der Fahrer darf trotzdem teilnehmen, muss allerdings vom Ende der Startaufstellung starten. Harrison Newey erhielt die gleiche Strafe bei ihm wegen Verstoß gegen Post-Qualifying-Parc-Fermè-Bestimmungen. Da man bei ihm aber sehr sehr lange noch am Fahrzeug gearbeitet hatte, wird er aus der Boxengasse starten. Nach der Einführungsrunde konnte der Pole-Setter seine Führung wieder behaupten. In Turn 1 sind alle gut durchgekommen.

Wenig später waren einige der Piloten schon etwas im Dreck unterwegs .Einer von ihnen war Lucas Auer, danach war er ans Ende des Feldes zurückgefallen. Marco Wittmann hingegen hatte drei Plätze eingebüßt. Er war auf Platz dreizehn unterwegs. Nach der ersten Runde führte weiterhin Nico Müller vor Robin Frijns und Rene Rast. Loic Duval stand unterdessen unter Beobachtung wegen eines Frühstarts. Die ersten beiden hatten sich nach zwei Runden bereits mit einigen Wagenlängen vom Feld abgesetzt. Beim nächsten Umlauf hatten sich Rene Rast und Mike Rockenfeller auf den Plätzen drei und vier etwas frei schwimmen können.

Loic Duval hatte sich harten Attacken gegenüber Jamie Green zu erwehren. Dieser hatte noch Sheldon van der Linde und Jonathan Aberdein im Schlepptau. Von alledem bekam Nico Müller nichts mit, denn er hatte an der Spitze bereits wieder einen Vorsprung von 1,238 Sekunden herausgefahren. Bereits in der sechsten Runde kam Lucas Auer in die Box gefahren. Rundenlang fuhr man zunächst wie an der Perlenschnur aufgezogen hintereinander her. Fabio Scherer hatte zu dieser Zeit sein Fahrzeug nicht mehr unter Kontrolle und schoss von der Strecke. Danach holte er sich dann auch neue Reifen.

Robert Kubica war auf Platz zehn unterwegs und versuchte näher an seinen Vordermann Philipp Eng heran zu kommen. Ferdinand Habsburg, Philipp Eng und Timo Glock hatten ihren Pflichtboxenstopp nach acht Runden absolviert. Als nächste folgten Loic Duval und Sheldon van der Linde. Die Reihenfolge geriet jetzt erst einmal durcheinander. Mike Rockenfeller war der Erste aus der Spitzengruppe der sich neue Reifen holte. Acht Piloten mussten bei noch 35 Minuten zu fahrender Zeit ihren Pflichtboxenstopp noch absolvieren. In der elften Runde kamen der Pole-Setter und Rene Rast in die Box.

Nico Müller konnte vor Rene Rast wieder aus der Box fahren. Sie kamen vor Mike Rockenfeller auf Platz neun wieder auf die Strecke. Zwischen dem amtierenden Meister und Mike Rockenfeller ging es jetzt zur Sache. Immer wieder versuchte Letzterer an Rene Rast vorbeizugehen, denn dieser war mit kalten Reifen unterwegs. Aber der Rosberg-Pilot schlug ihm jedes Mal die Türe vor der Nase zu. Eine fünf Sekunden-Strafe hatte Harrison Newey erhalten wegen Verlassens der Strecke. Die Führung hatte jetzt Jamie Green übernommen vor Jonathan Aberdein und Robert Kubica.

Diese waren aber noch nicht in der Box gewesen. Rad an Rad ging es zwischenzeitlich zwischen Timo Glock und Philipp Eng zu. Hier ging es zunächst um Platz zwölf. Robin Frijns hatte sich unterdessen auch schon neue Reifen geholt und lag vor Rene Rast. Zu dieser Zeit mussten die ersten drei Piloten Jamie Green, Marco Wittmann und Jonathan Aberdein noch in die Box kommen. Nach 16 Runden trat dann Harrison Newey seine Strafe an. Robin Frijns hatte jetzt den Anschluss an Nico Müller gefunden. Im Verlauf der 19. Runde hatte der Niederländer vor der NGK-Schikane sich den Schweizer geschnappt und war vorbei gegangen. Als Letzter holte man den Briten Jamie Green zum Pflichtboxenstopp rein.

Nachdem die Reihenfolge jetzt wieder hergestellt war führte Robin Frijns vor Nico Müller und Rene Rast. Der Niederländer war mit über zwei Sekunden bereits auf und davon gefahren. Er baute seinen Vorsprung Runde um Runde immer weiter aus. In der letzten viertel Stunde hatte sich Rene Rast von seinem Verfolger Mike Rockenfeller etwas frei schwimmen können. Jonathan Aberdein hatte sich dann Timo Glock geschnappt und sich auf Platz acht gefahren. In der gleichen Runde konnte auch noch Jamie Green an Timo Glock vorbeigehen. Philipp Eng musste absolute Kampflinie fahren, denn der Druck von Jamie Green wurde immer größer. In der Dunlop Kehre konnte sich der Brite dann auf Platz acht fahren.

Der Pole Robert Kubica war nach seinem Reifenwechsel auf Rang dreizehn unterwegs. Vor ihm lag jetzt Timo Glock. Bei ihm bauten die Reifen auch immer mehr ab. Rene Rast konnte sich Runde um Runde immer näher an den Tabellenführer heranfahren. In den letzten zehn Minuten hatte Jonathan Aberdein sich harten Attacken gegenüber Jamie Green zu erwehren. Zur gleichen Zeit war Lucas Auer auf Platz elf fahrend auf Abwegen unterwegs. Der Kampf um Platz zwei wurde Runde um Runde immer härter. Ende Start und Ziel hatte sich der amtierende Meister dann auf Platz zwei gefahren.

Robin Frijns an der Spitze fuhr ein einsames Rennen. Rene Rast hatte plötzlich einen kleinen Fehler gemacht. Er kam in den Dreck und sofort war Nico Müller wieder an ihm dran. Rene Rast konnte aber dagegen halten und sich wieder etwas absetzen. In der Schlussphase hatte sich Mike Rockenfeller an den Tabellenführer heran gearbeitet. Der hatte auch noch Loic Duval im Schlepptau. Zwischen Jamie Green und Jonathan Aberdein ging es mächtig vor der NGK-Schikane zur Sache, mit der Folge, dass der Brite im Grünen landete. Robert Kubica hatte sich gegenüber Timo Glock Luft verschafft, da dieser von Harrison Newey beschäftigt wurde.

Der Vorfall zwischen Jamie Green und Jonathan Aberdein stand unter Beobachtung. In der letzten Minute setzte sich Mike Rockenfeller auf der Start und Zielgeraden neben Nico Müller. Zuerst konnte der Schweizer sich noch behaupten, aber Mike Rockenfeller hatte dann den längeren Atem. Loic Duval wollte nun auch noch an Nico Müller vorbei. Jonathan Aberdein musste mit Jamie Green die Plätze tauschen. Vor Start und Ziel war der Franzose in der vorletzten Runde an Nico Müller vorbeigegangen und hatte sich damit auf Platz vier gefahren. Robin Frijns wurde nach 31 Runden als Sieger abgewunken vor Rene Rast und Mike Rockenfeller. Nico Müller überquerte die Ziellinie als Fünfter.

In der Meisterschaft hat Nico Müller jetzt 205 Punkten vor Robin Frijns mit 176 und Rene Rast mit 159 Punkten. Audi Sport Team Abt Sportsline liegt in der Teamwertung mit 381 Zähler auf Platz eins, gefolgt von Audi Sport Team Rosberg mit 212 und Audi Sport Team Phoenix mit 164 Zähler. In der Konstruktionswertung hat Audi mit 690 Punkten die Nase vorne vor BMW mit 290 Punkten.

Robin Frijns (Audi Sport Team Abt Sportsline): „Dieser Sieg fühlt sich schon anders an als mein erster DTM-Sieg vor einer Woche. In Assen habe ich bis zur Ziellinie um den Sieg gekämpft, heute hatte ich freie Fahrt, nachdem ich an Nico Müller vorbei war. Trotzdem habe ich meine Reifen geschont, denn ich wusste ja nicht, was in der Schlussphase noch passieren würde. Zu Beginn des Rennens konnte ich mit Nico gut mithalten, wir waren ungefähr gleich schnell. Nach dem Boxenstopp habe ich schnell gemerkt, dass Nico nicht mehr den normalen Topspeed hatte. Ich bin dann leicht vorbeigekommen. Unser Abt-Team macht nichts anders, aber an diesem Wochenende hatten Nico und ich offensichtlich einen Vorteil.“

René Rast (Audi Sport Team Rosberg): „Ich denke, wir haben im Samstagrennen und auch heute das Maximale herausgeholt. Leider habe ich heute einen kleinen Fehler gemacht und bin leicht ins Kiesbett geraten, aber das hat mich nicht den Sieg gekostet. Wir haben einen Schritt nach vorn gemacht, jedoch ist es schwer, sich an Nico Müller und auch Robin Frijns heran zu kämpfen. Sie haben beide ein starkes Paket und machen keine Fehler. Wenn wir wüssten, wo der Unterschiedlich tatsächlich liegt, würden wir es sofort ändern. Wenn es nicht so läuft, wie man es wünscht, verliert man etwas das Vertrauen, man zweifelt, man ändert Dinge, aber das ist nicht immer das Beste. Wenn alles glatt läuft, ist alles einfacher. Das kenne ich ja aus dem vergangenen Jahr.“

Mike Rockenfeller (Audi Sport Team Phoenix): „Natürlich freue ich mich über meine erste Podiumsplatzierung in diesem Jahr. Aber ich weiß auch, dass ich unter normalen Umständen nur Vierter oder Fünfter geworden wäre. Meine Jungs und meine Ingenieure arbeiten immer sehr hart, und so ist das Podium auch für sie eine Belohnung. Wir versuchen zu verstehen, woher der Abstand kommt. Daran arbeiten wir fortwährend. Nico Müller hatte heute ein Problem, er war auf den Geraden nicht mehr so schnell wie normal. Diese Chance zum Podium habe ich genutzt.“

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