Maro Engel reist als Gejagter zum Nürburgring

Beim sechsten von acht Tourstopps geht der Meisterschaftskampf auf dem 3,629 Kilometer langen Nürburgring vom 14. bis 16. August in die heiße Phase. Gefahren werden elf Kurven (sieben Rechts-, vier Linkskurven), im Uhrzeigersinn. Spitzenreiter Maro Engel (Mercedes-AMG Team Ravenol) reist mit einem Vorsprung von 21 Punkten in die Eifel. Er hat 145 Punkte auf seinem Meisterschaftskonto. Ein beruhigendes Polster ist das allerdings nicht, denn die Tabellenführung wechselte in der laufenden Saison bereits achtmal.

Mit Nicki Thiim (Comtoyou Racing), Lucas Auer (Mercedes-AMG Team Landgraf) und dem wiedererstarkten Thomas Preining (Manthey) lauern drei weitere Titelkandidaten in Schlagdistanz. Wie ausgeglichen der Kampf um die Krone ist, zeigt ein Blick auf die Tabelle: Unter den ersten acht sind sieben verschiedene Hersteller vertreten – beste Voraussetzungen für ein spannendes Wochenende am Nürburgring. Lucas Auer wartet nach einem starken Start mit drei Podestplätzen aus den ersten drei Läufen auf ein weiteres Erfolgserlebnis. Der Österreicher braucht in der Eifel wieder ein Top-Ergebnis, um den Anschluss an die Spitze nicht zu verlieren.

Mit Rückenwind reist dagegen Mirko Bortolotti (TGI Team by GRT) an den Nürburgring. Der Italiener schrieb in der DTM Geschichte, als er in Oschersleben den weltweit ersten Rennsieg des Lamborghini Temerario GT3 feierte. Das TGI Team by GRT geht am Nürburgring mit einem neuen Fahrer ins Rennen: DTM-Rennsieger Christian Engelhart feiert sein Comeback und ersetzt im Lamborghini-Team den verletzten Maximilian Paul. Manthey und HRT Ford Performance sind am Nürburgring zu Hause. Von den Firmensitzen beider Rennställe bis zur Traditionsstrecke sind es nur wenige Minuten.

Auch für den indischen Ford-Fahrer Arjun Maini ist das Eifelrennen ein Heimspiel. Der Inder lebt im nur eine gute Autostunde entfernten Troisdorf. Porsche-Pilot Preining will im „Grello“ von Manthey nach der Galavorstellung in Oschersleben den nächsten starken Auftritt folgen lassen. Noch wartet der 28-Jährige allerdings auf seinen ersten DTM-Sieg auf dem Nürburgring.

Maro Engel (Mercedes-AMG Team Ravenol): „Es ist kein Geheimnis, dass der Nürburgring eine meiner Lieblingsstrecken ist. Ich habe dort tolle Erfolge gefeiert. Die vielen Fans machen jedes Rennen zu einem Spektakel. Die Tabellenführung ist eine Momentaufnahme. Wir denken von Rennen zu Rennen und wollen uns stetig verbessern. Denn die Konkurrenz schläft nicht.“

Nicki Thiim (Comtoyou Racing): „Dass wir als Tabellenzweiter zum Nürburgring reisen und überhaupt über den Titel sprechen können, ist etwas, wovon wir vor der Saison geträumt haben. Für uns Fahrer ist die Sprintstrecke eine gute Mischung aus engen Kurven und schnellen Passagen. Genau das liebe ich an der DTM: Wir fahren häufig Streckenvarianten, die man aus anderen Rennserien so nicht kennt.“

Mirko Bortolotti (TGI Team by GRT): „Wenn wir eine Siegchance bekommen, nutzen wir sie. Auf dem Nürburgring habe ich 2023 mein erstes DTM-Rennen gewonnen. Mit dem Temerario stecken wir noch voll in der Entwicklung. Für uns wird es darum gehen, in den Trainings die richtige Abstimmung fürs Fahrzeug zu finden. Wichtig ist für mich, in eine Position zu kommen, in der ich um ein gutes Ergebnis kämpfen kann.“

Thomas Preining (Manthey): „Wir gehen hochmotiviert in unser Heimspiel und wollen vor unseren Fans an die Leistung des letzten Rennwochenendes anknüpfen. Mercedes ist diese Saison stark unterwegs. Aber das sind wir auch und es wird langsam Zeit, den ersten DTM-Sieg für Porsche am Nürburgring zu holen.“