Mit BMW, Aston Martin und Porsche drei Marken auf dem Podium
- Hauptkategorie: DTM Paket
- ADAC GT4 Germany
- 08. September 2026
- Cornelia Simon
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Im Rahmen der DTM fanden die Läufe neun und zehn der ADAC GT4 Germany vom 11.09. bis 13.09 auf dem 3,645 Kilometer langen Sachsenring statt. Dieser ist Schauplatz bei den beiden vorletzten Rennen der Saison 2026 und liegt in der Nähe von Chemnitz, genauer gesagt in Hohenstein-Ernstthal. Der spektakuläre Kurs zählt zu den absoluten Lieblingsstrecken der Rennfahrer – und dort wollen die Titelaspiranten wichtige Punkte sammeln, um sich vor dem Finale Mitte Oktober auf dem Hockenheimring in eine gute Ausgangsposition zu bringen. Die Top Drei der Tabelle liegen allesamt innerhalb von lediglich 14 Zählern.
Ganz oben im Klassement stehen Denny Berndt / Lachlan Robinson (AVIA W&S Motorsport) mit 135 Punkte in der Meisterschaft. Doch die zweitplatzierten Jan Philipp Springob / Philipp Gogollok (COSY Racing by ESM) sowie die dritten Gabriele Piana / Benjamin Sylvestersson (FK Performance Motorsport) wollen dem Porsche 718 Cayman GT4-Duo die Führung streitig machen. Die Zweitplatzierten haben bislang 129 Zähler gesammelt und haben nur sechs Punkte Vorsprung vor den Führenden. Denny Berndt / Lachlan Robinson kommen mit ordentlich Rückenwind nach Sachsen. Die Porsche-Fahrer gewannen zuletzt das Sonntagsrennen auf dem Nürburgring. Mit nur sechs Punkten Rückstand treten Jan Philipp Springob / Philipp Gogollok am Sachsenring an.
Auch sie waren im Aston Martin Vantage AMR GT4 zuletzt auf dem Nürburgring erfolgreich. Für ihr Einsatzteam EastSide Motorsport ist der Sachsenring immer ganz speziell, da die Mannschaft aus dem nahegelegenen Crimmitschau ihr Heimspiel feiert und somit viele Gäste vor Ort hat. Den Tabellendritten Gabriele Piana / Benjamin Sylvestersson fehlen im BMW M4 GT4 lediglich 14 Punkte auf die Spitze. Insbesondere Gabriele Piana blickt immer wieder gerne auf den Sachsenring, auf dem er im Vorjahr das Sonntagsrennen gewann. Seine Glanzleistung mit unzähligen Überholmanövern im Jahre 2023 bewertet er weiterhin als eines der besten Rennen seiner Karriere. Ebenfalls noch aussichtsreich im Titelrennen der ADAC GT4 Germany liegen die Viert- und Fünftplatzierten der Tabelle.
Alon Gabbay / Maximilian Schreyer (AVIA W&S Motorsport, Porsche) haben 27 Punkte Rückstand. Lucas Cartelle / Hudson Schwartz (CRT) fehlen im Toyota GR Supra GT4 nur 31 Zähler nach ganz vorne. Somit befinden sich Fahrzeuge von vier unterschiedlichen Marken auf den ersten fünf Positionen im Gesamtklassement, was nicht nur für die Ausgeglichenheit in der ADAC GT4 Germany spricht, sondern auch spannende und abwechslungsreiche Rennen erwarten lässt.
Denny Berndt (AVIA W&S Motorsport): „Ich freue mich auf die recht kurze Anfahrt. Auf dem Sachsenring ist der Zuschauerzuspruch immer grandios. Davon lebt unser Sport. Wir wollen alles tun, um den Besuchern ein tolles Wochenende zu bieten. Es gilt vor allem auf die Reifen zu achten. Unser sportliches Ziel ist das Podium und somit so viele Punkte wie möglich mitzunehmen.“
Philipp Gogollok (Cosy Racing by ESM): „Der Sachsenring sollte uns vom Layout her sehr gut liegen, da er viele langgezogene und schnelle Kurven aufweist. Wir gehen mit einer guten Ausgangslage ins Wochenende und möchten vom Jäger zum Gejagten werden – sprich als Tabellenführer abreisen. Am besten gelingt uns das mit Podiumsplatzierungen. Es ist immer schön, das Heimrennen des Teams zu erleben. Denn es gibt viele Gäste, die uns anfeuern werden. Auch einer meiner Partner kommt ganz aus der Nähe der Strecke. Somit wird es viele Emotionen zu spüren geben. Das spornt gleich noch mehr an.“
Auf dem Sachsenring fand am Freitagmorgen bereits das erste freie Training statt über eine Stunde statt und da ging es an der Spitze des Feldes richtig eng zur Sache. Am Ende konnten Linus Hahne / Philip Wißkirchen die Bestzeit setzen. Im BMW M4 GT4 von ME Motorsport umrundeten sie die 3,645 Kilometer lange Strecke in exakt 1:26,732 Minuten. Mit einem Rückstand von lediglich 0,072 Sekunden sicherten sich die aktuellen Tabellenführer Denny Berndt / Lachlan Robinson im Porsche 718 Cayman GT4 die zweite Position. Nach ihrem Sieg im Sonntagsrennen auf dem Nürburgring kamen sie mit ordentlich Rückenwind zum Sachsenring.
Dritte wurden Roman Fellner-Feldegg / Marek Böckmann (Prosport Racing), die im Mercedes-AMG GT4 0,539 Sekunden zurücklagen. Dahinter folgten mit 0,551 Sekunden Rückstand Alon Gabbay / Maximilian Schreyer (AVIA W&S Motorsport) in einem weiteren Porsche. Die Top Fünf komplettierten Marius Schmid / Alex Connor (BWT Mücke Motorsport, Mercedes-AMG). Die Aston Martin Piloten Philipp Gogollok / Jan Philipp Springob (Cosy Racing by ESM) mussten sich zunächst mit Rang elf zufrieden geben. Direkt dahinter lagen Gabriele Piana / Benjamin Sylvestersson (FK Performance Motorsport) mit ihrem BW M4 GT4 Evo.
Linus Hahne (ME Motorsport): „Es ist natürlich klasse, direkt mit der Bestzeit ins Rennwochenende zu starten. Dennoch sollten wir das Ergebnis nicht überbewerten. Denn sicherlich haben noch nicht alle ihre Karten aufgedeckt. Wir sind aktuell auch noch dabei, am Set-up zu arbeiten. Der Sachsenring macht richtig viel Spaß. Hier gilt es, immer auf die Reifen zu achten. Unser Ziel am Wochenende ist das Podest. Das gelang uns zuletzt schon auf dem Nürburgring. Daran möchten wir anknüpfen.“
Am Freitagnachmittag von 14.30 Uhr bis 15.30 Uhr ging es dann nochmals hinaus auf die Strecke. Diesmal stand das zweite freie Training auf dem Programm. Immer wieder wechselten in dieser einen Stunde die Positionen. Die Zeiten gegenüber morgens wurden schneller. Hier hatten sich Benjamin Sylvestersson / Gabriele Piana in Szene gesetzt. Sie waren nach vier Runden mit einer Zeit von 1:26,655 Minuten die Schnellsten im Feld, gefolgt von Luca Link / Luis Moser (FK Performance Motorsport) mit ihrem BMW M4 GT4 Evo und Lucas Cartelle / Hudson Schwartz (CRT) mit ihrem Toyota GR Supra GT4 Evo 2. Die ersten drei vom Morgen mussten sich jetzt mit den Plätzen neun, elf und sieben zufrieden geben. Jan Philipp Springob / Philipp Gogollok konnten sich nicht verbessern. Sie wurden auf Rang 15 gewertet.
Benjamin Sylvestersson (FK Performance Motorsport): „Das ist der perfekte Start ins Rennwochenende. Ich bin wirklich zufrieden, denn das Auto funktioniert hier sehr gut. Der Sachsenring macht außerdem richtig Spaß. Das Layout weist viele Höhenunterschiede auf und es gibt viele schnelle Kurven. Ich genieße es sehr, hier zu fahren. Wir wollen hier am besten beide Rennen gewinnen und hoffentlich die Meisterschaftsführung zurückerobern.“
Ernst wurde es für die Protagonisten am Samstagmorgen um 9.00 Uhr. Da stand das erste Ausfahren für die Startpositionen am Samstagmittag an. Hierzu hatten sie genau 15 Minuten Zeit. Immer wieder kam es zu Positionsverschiebungen. Die Drittplatzierten in der Tabelle Gabriele Piana / Benjamin Sylvestersson erzielten nach vier Runden mit einer Zeit von 1:25,737 Minuten die Pole Position. Hinter ihnen werden mit einem Rückstand von 0,139 Sekunden Lukas Stiefelhagen / Leon Bauchmüller (ME Motorsport) ins Rennen gehen, gefolgt von Jan Philipp Springob/ Philipp Gogollok. Lachlan Robinson / Denny Berndt mussten sich mit der vierten Startposition zufrieden geben.
Gabriele Piana (FK Performance Motorsport): „Besser als die Pole geht es nicht. Es war eine gute und vor allem fehlerfreie Runde. Vielleicht hätte ich in Kurve sechs noch das eine oder andere Zehntel finden können. Aber insgesamt sind wir natürlich richtig glücklich mit dem Ergebnis.“
Nach einer kurzen Pause ging die Sache wieder von vorne los. Jetzt ging es auf Zeitenjagd für das sonntägige Rennen. Die Zeiten wurden gegenüber dem ersten Zeittraining nicht schneller. Diesmal ging kein Weg an Denny Berndt / Lachlan Robinson vorbei. Die Pole Position hatten sie nach vier Runden mit einer Zeit von 1:25,911 Minuten nach Hause gefahren. Mit nur einem knappen Rückstand von 0,059 Sekunden gehen Hendrik Still / Tim Horrell (AVIA W&S Motorsport) ins Rennen, gefolgt von Benjamin Sylvestersson / Gabriele Piana. Philipp Gogollok / Jan Philipp Springob gehen von der vierten Startreihe aus ins Rennen.
Denny Berndt (AVIA W&S Motorsport): „Das Ergebnis ist sicherlich eine gute Ausgangslage. Ich hatte eine gute Runde. Es hat einfach gepasst. In den Rennen möchten wir ganz vorne mitfahren und so viele Punkte wie möglich einfahren. Es gilt, auf die Reifen zu achten. Doch ich denke, dass wir dafür gut vorbereitet sind.“
Gabriele Piana / Benjamin Sylvestersson hatten das Rennen von der Pole-Position aus begonnen. Sie gewannen den Start und machten der Konkurrenz unmissverständlich klar, dass der Laufsieg nur über sie gehen würde. Lediglich Jan Philipp Springob / Philipp Gogollok im Aston Martin konnten dem BMW in der ersten Rennhälfte folgen. Dahinter entwickelte sich ein Vierkampf um die Position des besten Verfolgers, den zunächst Linus Hahne / Philip Wißkirchen im BMW von ME Motorsport für sich entschieden. Nicht nach Plan lief die erste Rennhälfte hingegen für die Tabellenführer Lachlan Robinson / Denny Berndt, die von Startplatz vier bis auf die sechste Position zurückfielen.
An der Spitze des Feldes blieb die Reihung nach den obligatorischen Fahrerwechseln gleich. Benjamin Sylvestersson, der von Gabriele Piana übernommen hatte, konnte die Spitze behaupten und letztendlich auch mit über fünf Sekunden Vorsprung souverän zum Sieg fahren, der für den schnellen Finnen zudem den Triumph in der Junior-Wertung bedeutete. Für Philipp Gogollok / Jan Philipp Springob gab es zwischenzeitig hingegen einen kleinen Rückschlag. Aufgrund eines Vergehens während einer Gelbphase, mussten die Aston Martin-Piloten in die Penalty-lap abbiegen. Ihr Vorsprung auf die Konkurrenz reichte aber aus, um final Platz zwei sicherzustellen.
Lange schienen Linus Hahne / Philip Wiskirchen sicher auf der dritten Position. Doch Denny Berndt / Lachlan Robinson drehten in der Schlussphase nochmals auf und konnten letztendlich den letzten Podiumsplatz erobern. Linus Hahne / Philip Wiskirchen wurden final Fünfte hinter dem BMW von Luis Moser / Luca Link. Rang sechs ging an Lucas Cartelle / Hudson Schwartz im Toyota GR Supra GT4 vor Alexzander Kristiansson / Erik Bertilsson in der Ginetta G56 GT4. Erik Bertilsson gewann somit auch die Rookie-Wertung. Rang acht sicherten sich Roman Fellner-Feldegg / Marek Böckmann im Mercedes-AMG GT4 vor Lukas Stiefelhagen / Leon Bauchmüller. Die Top Zehn komplettierten Gianni van de Craats / Victor Nielsen. Der Tagessieg in der PRO-AM-Wertung ging an Hendrik Still und Tim Horrell im Porsche.
Gabriele Piana (FK Performance Motorsport): „Einen Start/Ziel-Sieg einzufahren, macht immer Spaß. Mein Stint war aber keinesfalls langweilig. Denn es hat mich wirklich überrascht, dass Jan Philipp Springob zunächst so viel Druck aufbauen konnte. Er überholte mich sogar fast und hatte eine wirklich starke Pace. Strategisch haben wir heute hoch gepokert und gewonnen. Hoffentlich können wir morgen ebenfalls eine gute Leistung zeigen. Die eingefahrenen Punkte sind gut für die Meisterschaft.“
Benjamin Sylvestersson (FK Performance Motorsport): „Natürlich freue ich mich sehr über den Sieg. Letztendlich hat Gabriele im ersten Stint schon den ganzen Job erledigt, sodass ich das Auto nur noch nach Hause bringen musste. Ich hatte viel Wert auf das Managen der Reifen gelegt, damit der Sieg nicht in Gefahr geriet. Das Resultat ist klasse für unsere Titelhoffnungen.“
Philipp Springob (COSY Racing by ESM): „Ich hatte einen guten Start und konnte Gabriele folgen. Die Gelbphase kam dann etwas überraschend, da ich aufgrund technischer Probleme weder einen Funkspruch hörte noch eine Mitteilung im Display sah. Das ist ärgerlich, aber zum Glück haben wir dadurch keinen Platz verloren. Auch ohne die Strafe hätte es wohl nicht für den Sieg gereicht. Dafür war der BMW heute zu stark. Wir haben das Maximum herausgeholt. Somit sind wir zufrieden.“
Philipp Gogollok (COSY Racing by ESM): „Platz zwei ist ein solides Ergebnis und gut für die Tabellensituation. Mein Stint war gut. Nach der Penalty-lap war Benjamin vor mir aber zu weit weg, sodass ich nie angreifen konnte. Auch hinter mir hatte ich viel Luft und konnte mein Rennen in Ruhe fahren. Morgen starten wir von der siebten Position aus und hoffen auf das nächste Podium.“
Lachlan Robinson (AVIA W&S Motorsport): „Sicherlich lief mein Stint nicht ideal. Viele Konkurrenten um mich herum agierten etwas übermotiviert. Somit galt es für mich, sauber durchzukommen. Das ist mir gelungen. Ich managte auch den Reifen gut, sodass Denny in der zweiten Rennhälfte Vollgas geben konnte. Er hat das Rennen dann klasse zu Ende gefahren und das Podium sichergestellt.“
Denny Berndt (AVIA W&S Motorsport): „Das Podium ist ein super Ergebnis. Lachlan hat mir den Porsche in einem sehr guten Zustand übergeben. Ich konnte dann genau das umsetzen, was ich mir vor dem Rennen vorgenommen hatte. AVIA W&S Motorsport hat uns heute wieder einmal ein perfektes Paket zur Verfügung gestellt. Wir freuen uns sehr, weiterhin die Tabelle anzuführen.“