Geburtstagskind Walilko holt sich mit seinem Partner Gounon den Sieg

In der Deutschen GT-Meisterschaft beginnt vom 10. bis 12.September der heiße Herbst. Auf dem DEKRA Lausitzring werden nicht nur die Halbzeitmeister gekürt, sondern für Teams und Fahrer gilt es auch, sich im engen Titelkampf in Stellung zu bringen. Auf der 3,478 Kilometer langen Strecke mit ihren 5 Rechts- und Linkskurven die gegen den Uhrzeigersinn gefahren werden, tehen die Läufe sieben und acht auf dem Programm. Die Ausgangslage auf der kürzesten Strecke im Kalender ist denkbar spannend. Die Top Sechs in der Meisterschaft mit Supersportwagen von sechs Marken liegen gerade einmal 15 Zähler voneinander getrennt.

Zu den Favoriten im knapp 30 Supersportwagen starken Feld zählen Titelverteidiger Michael Ammermüller und Porsche-Werksfahrer Mathieu Jaminet, die im SSR-Porsche 911 GT3 R als einzige in dieser Saison bereits zwei Rennen gewonnen haben und an der Tabellenspitze mit 82 Punkten liegen. Engste Verfolger sind die Mercedes-AMG-Piloten Maximilian Buhk und Raffaele Marciello (Mann-Filter Team Landgraf – HTP/WWR) im Mercedes-AMG mit 75 und das Audi-Duo Ricardo Feller und Christopher Mies (Montaplast by Land-Motorsport) mit 69 Zähler.

Für mehrere Fahrer und Teams ist der Lausitzring die Hausstrecke. Die kürzeste Anreise haben Lamborghini-Junior Maximilian Paul und sein Rennstall T3 Motorsport, die nur knapp 65 Kilometer von Dresden fahren müssen. Ebenfalls einen Huracán GT3 Evo pilotiert Mike David Ortmann (GRT Grasser Racing Team), dessen Heimatort Ahrensfelde in Brandenburg vor den Toren Berlins liegt. Der gebürtige Leipziger Marvin Kirchhöfer und der Wahlleipziger David Jahn (Team Joos Sportwagentechnik) kommen ebenfalls aus dem Einzugsgebiet der Rennstrecke.

Michael Ammermüller (SSR Performance): „Wir gehen vorsichtig optimistisch an den Lausitzring. Wir erwarten, dass die Konkurrenz hier sehr stark sein wird. Unser vorrangiges Ziel bleibt weiterhin, in beiden Rennen möglichst viele Punkte zu sichern, um unsere Tabellenposition zu verteidigen. Wir freuen uns sehr, wieder vor Fans zu fahren. Die Zuschauer dürfen sich sicher auf ein sehr spannendes Rennen mit engem Rennausgang freuen. Der Lausitzring ist immer wieder für eine Überraschung gut.“

Marvin Kirchhöfer (Callaway Competition): „Für uns wird das Wochenende nicht einfach, da der Lausitzring wenige Geraden hat, auf denen wir die Power unserer Corvette ausspielen können. Aber wir gehen das Wochenende wie jedes andere an und wollen uns möglichst gut im Qualifying platzieren, um dann in den Rennen das bestmögliche Ergebnis einzufahren. Die Strecke hat sehr viele Bodenwellen, daher kommt es auf ein gutes Set-up an. Wichtig ist, dass man im letzten Sektor viel Schwung auf die Start-Ziel-Gerade holt, da diese die beste Überholmöglichkeit ist. Es ist toll, dass wieder Fans vor Ort sind. Dadurch sind wir natürlich noch motivierter.”

Ricardo Feller (Montaplast by Land-Motorsport): „Auf den Lausitzring freue ich mich nach der seit Zandvoort relativ langen Pause sehr. Unser Audi R8 LMS sollte gut zu dieser Piste passen. Entscheidend für den Erfolg in den weitgehend langsamen Kurven ist das optimale Reifenmanagement. Unser Ziel sind zwei Top-Fünf-Platzierungen.


Das einstündige freie Training nahmen 26 Fahrerpaarungen am Freitagmorgen bei strahlendem Sonnenschein in Angriff. Am Ende konnten sich die beiden GRT Grasser Lamborghini`s in Szene setzen. Die Schnellsten waren Franck Pereira/Rolf Ineichen mit 27 gefahrenen Runden und einer Zeit von 1:22,659 Minuten, gefolgt von ihren Teamkollegen Mirko Bortolotti/Albert Costa Balboa und Maximilian Buhk/Raffaele Marciello (MANN-FILTER Team Landgraf-HTF). Die Tabellenführer mussten sich zunächst mit Rang sechs zufrieden geben. Christopher Mies/Ricardo Feller (Montaplast by Land Motorsport) die in der Meisterschaft auf Rang drei liegen, wurden auf Platz acht gewertet. Die einzige Dame im Feld Simona De Silvestro und ihr Teampartner Klaus Bachler (Precote Herberth Motorsport) nahmen Rang 15 ein.

Franck Perera (GRT Grasser Racing Team): „Ich bin zufrieden. Wir haben gestern beim Test einen guten Job gemacht. Das war wichtig, denn wir hatten eine lange Pause, aber wir sind gut wieder hineingekommen. Das Auto hat sich bei jedem Stint verbessert, aber das Wochenende ist noch lang. Ich mag den Lausitzring und das Auto ist hier auch immer gut. Die Zeitenabstände werden wieder sehr eng sein, es wird auf jede Hundertstelsekunde ankommen.“


Die Zeiten im zweiten freien Training am Freitagnachmittag wurden gegenüber morgens schneller. Bei noch 24 Minuten zu fahrender Zeit lagen Raffaele Marciello/Maximilian Buhk mit einer Zeit von 1:22,625 Minuten auf Rang eins. Dahinter befanden sich Jesse Krohn/Nick Yelloly (Schubert Motorsport) und Igor Walilko /Jules Gounon (Team Zakspeed Mobil Krankenkasse Racing). Die Tabellenführer nahmen Rang zehn ein. Ricardo Feller/Christopher Mies und Klaus Bachler/Simone De Silvestro waren auf den Plätzen neun und zwölf unterwegs. Nach der einen Stunde konnte niemand die Zeit von den Mercedes-Piloten unterbieten. Sie waren damit weiterhin die Schnellsten im Feld. Auch Jesse Krohn/Nick Yelolly konnten ihren zweiten Rang behaupten. Auf Platz drei hatten sich Jusuf Owega/Patric Niederhauser (Phoenix Racing) gefahren. Michael Ammermüller/Mathieu Jaminet hatten sich genauso wie Ricardo Feller/Christopher Mies und Klaus Bachler/Simona De Silvestro nicht verbessern können. Sie waren auf die Ränge 16, 15 und 17 zurückgefallen.

Ricardo Feller (Montaplast by Land Motorsport): „Das Auto fühlt sich gut an, ich denke wir sind gut vorbereitet. Aber es ist am Freitag immer schwer zu sagen, wo wir final stehen werden. Ich hoffe natürlich, dass wir morgen so gut abschneiden wie heute. Es ist wichtig, weiterhin möglichst viele Punkte für die Meisterschaft zu sammeln. Auf den möglichen Halbzeittitel schaue ich eigentlich gar nicht. Abgerechnet wird erst am Nürburgring.“


Am Samstagvormittag um 11.00 Uhr bis 11.20 Uhr ging man dann auf Zeitenjagd. Es stand nun das Ausfahren der Startaufstellung für das Rennen am Samstagmittag auf dem Zeitplan. Als die Protagonisten hinaus auf die Strecke gingen fing es leicht an zu tröpfeln. Immer wieder kam es zu Positionsverschiebungen. Bei dreizehn Minuten zu fahrender Zeit hatten sich Ricardo Feller/Christopher Mies mit einer Zeit von 1:21,678 Minuten auf Rang eins gefahren, gefolgt von Nick Yelloly/Jesse Krohn und Klaus Bachler/Simona De Silvestro. Die Tabellenführer lagen zu dieser Zeit auf Rang dreizehn.

Wenig später hatten sich Michael Ammermüller/Mathieu Jaminet auf Rang fünf platziert. Bis zum letzten Umlauf gab es noch Positionsverschiebungen. So hatten sich die Tabellenzweiten auf Startposition vier nach vorne gefahren. Die Pole-Position hatten im nach hinein Ricardo Feller/Christopher Mies mit vier gefahrenen Runden und einer Zeit von 1:21,678 Minuten verteidigt. Hinter ihnen werden Mirko Bortolotti/Albert Costa Balboa und Luca Stolz/Maro Engel ins Rennen gehen. Die Tabellenführer stehen in der vierten Startreihe. Einen Rang vor ihnen startet die einzige Dame im Feld Simona De Silvestro mit ihrem Partner Klaus Bachler.

Ricardo Feller (Montaplast by Land Motorsport): „Es ist megaschön, nach Zandvoort die zweite Pole in Folge zu holen. Am Ende wurde es noch mal richtig nervenaufreibend. Als Raffaele noch mal Sektorbestzeit fuhr, wurde ich noch mal nervös. Das Team hat einen tollen Job gemacht und mich zum richtigen Zeitpunkt rausgeschickt. Jetzt wollen wir auch im Rennen vorn bleiben.“


Ihren siebten Lauf nahmen die Protagonisten am Samstagnachmittag bei trockenem Wetter in Angriff. Nach der Einführungsrunde funktionierte der fliegende Start ohne Probleme und Ricardo Feller/Christopher Mies konnten ihre Position behaupten und führten die Meute in die erste Kurve. Dort ging es schon drunter und drüber. Denn es waren schon einige im Dreck unterwegs. Nick Yelolly/Jesse Krohn wurden etwas später von Michael Ammermüller/Mathieu Jaminet angeschubst und drehten sich dann auf der Strecke. Danach konnte man dem Feld hinterher eilen. Nach der ersten Runde führten weiterhin die Pole-Setter vor Luca Stolz/Maro Engel und Mirko Bortolotti/Albert Costa Balboa. Zu dieser Zeit waren Thomas Preining/Christian Engelhart in die Box gekommen und gaben das Rennen schon frühzeitig auf.

Im Verlauf der zweiten Runde wurden die Tabellenführer von Sven Müller/Robert Renauer umgedreht. Nick Yelolly/Jesse Krohn waren unterdessen bereits auf Rang 22 unterwegs. Die Führenden konnten sich bereits mit 1,343 Sekunden absetzen. Bei einem Zweikampf mit Jusuf Owega /Patric Niederhauser und Charles Weerts/Dries Vanthoor kam es zu einer Berührung, in dem Letztere sich einen Schaden zuzogen und das Rennen danach wutentbrannt in der Box aufgeben mussten. David Jahn/Jannes Fittje auf Rang sechs hatten eine Armada von vier Fahrzeugen hinter sich. Die Tabellenführer konnten nach ihrem Dreher die Fahrt wieder aufnehmen und waren auf Platz 22 unterwegs. Nach fünf Runden erhielten Sven Müller/Robert Renauer eine Durchfahrtsstrafe wegen der Aktion mit Michael Ammermüller/Mathieu Jaminet.

Zwei Runden später traten die Porsche-Piloten dann ihre Strafe an. Sie mussten sich dann auf Platz 22 wieder einreihen. Sandro-Luca Treftz/Christopher Haase kamen bei noch 48 Minuten zu fahrender Zeit mit Problemen in die Box. Nick Yelolly/Jesse Krohn waren auf einer Aufholjagd unterwegs. Sie lagen bereits hinter Kim Luis Schramm/Dennis Marschall auf Rang elf. An der Spitze hatte man sich still und heimlich mit 2,139 Sekunden auf und davon gemacht. Im gesamten Feld hatten sich Grüppchen gebildet, in denen hart um jede Position gekämpft wurde. Hendrik Still/Constantin Schöll auf Rang 21 hatten nichts zu lachen, denn der Druck von Sven Müller/Robert Renauer wurde Runde um Runde immer stärker. Zu dieser Zeit erhielten Michael Ammermüller/Mathieu Jaminet ebenfalls eine Durchfahrtsstrafe wegen des Umdrehens von Nick Yelolly/Jesse Krohn.

Rundenlang dauerte der Kampf zwischen Simon Reicher/Norbert Siedler und Maximilian Hackländer/Mick Wishofer an. Dahinter waren dann auch noch Michael Ammermüller/Mathieu Jaminet unterwegs. Diese traten aber jetzt ihre Durchfahrtsstrafe an. Nach 18 Runden öffnete dann das Boxenzeitfenster und sofort kamen sechs Fahrzeuge hinein. Für Jusuf Owega/Patric Niederhauser war das Rennen zu dieser Zeit bereits beendet, denn sie hatten die Mauer touchiert und dabei war der Felgenstern gebrochen. Man rollte dann auf der Wiese aus. Nach 21 Runden waren die Führenden zum Fahrerwechsel in die Box gekommen. Es führten jetzt Mirko Bortolotti/Albert Costa Balboa vor Klaus Bachler/Simona De Silvestro und David Jahn/Jannes Fittje.

Norbert Siedler/Simon Reicher standen unter Beobachtung wegen Verstoß gegen die Boxenstopp-Regeln. Klaus Bachler/Simona De Silvestro nahmen nach 23 Runden ihren Pflichtboxenstopp in Angriff. Beim nächsten Umlauf kam auch Mirko Bortolotti/Albert Costa Balboa herein. Nachdem das Boxenstoppfenster geschlossen war, führten Christopher Mies/Ricardo Feller vor Maro Engel/Luca Stolz und Albert Costa Balboa/Mirko Bortolotti. Unterdessen war das Safety Car herausgeschickt worden weil man Jusuf Owega/Patric Niederhauser in aller Ruhe bergen musste. Jules Gounon/Igor Walilko auf Rang zehn fahrend waren mit einem qualmenden Fahrzeug unterwegs. Sie hatte die Strecke mit Öl eingesaut. Sofort wurde das Rennen mit der roten Flagge unterbrochen, weil die Strecke erst einmal vom Öl gereinigt werden musste.

Die Fahrzeuge wurden in die Boxengasse geführt. Das Arbeiten an den Fahrzeugen war erlaubt. Die Uhr hatte man bei 21:27 Minuten angehalten. Der Re-Start sollte dann um 17.50 Uhr erfolgen. Damit die Fahrer die Streckenbeschaffenheit prüfen können, werden zwei Runden hinter dem Safetycar gefahren. Im nach hinein wurden dann vier Runden hinter Ron Dobmeier gefahren. Christopher Mies/Ricardo Feller konnten ihre Führung behaupten. Maro Engel/Luca Stolz attackierten zwar sofort, doch die Audi-Piloten knallten den Mercedes-Fahrern die Türe vor der Nase zu. Simona De Silvestro/Klaus Bachler hatten Boden verloren und lagen jetzt auf Platz sieben. Im gesamten Feld ging es mächtig zur Sache. Markus Winkelhock/Florian Spengler wurden von Maximilian Hackländer/Mick Wishofer angeschubst.

Danach kam es dann zu einer Kettenreaktion in denen auch Mathieu Jaminet/Michael Ammermüller und Robert Renauer/Sven Müller verwickelt waren. Sie standen zunächst alle quer auf der Strecke. Sie setzten aber ihre Fahrt auf den Rängen 16, 17 und 18 weiter fort. Simona De Silvestro/Klaus Bachler hatten sich im Kiesbett eingegraben und erneut musste Ron Dobmeier zum Einsatz kommen. Es standen noch neun Minuten plus eine Runde auf der Uhr. Die Zweitplatzierten in der Meisterschaft waren auf Platz vier unterwegs. Als das Rennen wieder frei gegeben wurde konnten die Audi-Piloten wieder die Oberhand behalten. Dennis Marschall/Kim-Luis Schramm mussten sich harten Attacken gegenüber Daniel Keilwitz/Sebastian Asch erwehren. Hier ging es um Rang zwölf. Unterdessen hatten Maximilian Hackländer/Mick Wishofer eine Durchfahrtsstrafe erhalten.

Das Feld lag in der letzten Runde immer noch dicht beieinander. Im nach hinein konnten Dennis Marschall/Kim Luis Schramm Daniel Keilwitz/Sebastian Asch nicht halten und mussten sie ziehen lassen. Christopher Mies/Ricardo Feller wurden nach 41 Runden als Sieger abgewunken, gefolgt von Maro Engel/Luca Stolz und Albert Costa Balboa/Mirko Bortolotti. Die Tabellenführer sahen das Ziel auf Platz dreizehn. Maximilian Buhk/Raffaele Marciello kamen als Vierte ins Ziel.

Ricardo Feller (Montaplast by Land-Motorsport), Gesamtplatz 1 und Sieger Pirelli-Junior-Wertung: „Das war ein perfekter Tag für uns. Ich bin sehr glücklich über das Ergebnis. Mit der Pole-Position sind wir schon großartig in den Tag gestartet, im Rennen konnten wir dann die Führung gut verteidigen. Ich konnte in meinem Stint eine gute Pace fahren, ohne die Reifen zu stark zu beanspruchen. Chris hat das Auto nach dem Boxenstopp sicher ins Ziel gefahren. Während der Schlussphase draußen zu sitzen und zuzuschauen war deutlich nervenaufreibender als selbst im Auto zu sitzen. Aber ich vertraue Chris blind und der hat dann den Sieg auch stark nach Hause gefahren.“

Christopher Mies (Montaplast by Land-Motorsport), Gesamtplatz 1: „Maro Engel hat mich in der Schlussphase hart attackiert, das hat mich teilweise wirklich ins Schwitzen gebracht. Bei den beiden Restarts war Maro immer sehr nah dran. Es war nicht so leicht ihn ins Bockshorn zu jagen wie ich dachte, denn er ahnte ganz genau, was ich vorhatte. Wir haben beide sehr spät für Turn 1 gebremst, aber ich bin vorn geblieben. Das war sicher sehr spannend für die Zuschauer. Es ist großartig, jetzt an der Tabellenspitze zu stehen. Wir werden uns darauf nicht ausruhen und hart weiterarbeiten. Die Saison ist noch lang. Das Rennen war am Ende echt anstrengend.“

Luca Stolz (Mercedes-AMG Team Toksport WRT), Gesamtplatz 2: „Die Land-Mannschaft war heute echt schnell. Wir sind trotzdem zufrieden, nach Startplatz drei auf Platz zwei ins Ziel gekommen zu sein. Während des Rennens habe ich probiert meine Pace zu halten und konstante Rundenzeiten zu fahren. An der Boxeneinfahrt habe ich dann versucht Zeit gutzumachen, das hat aber leider durch den Schmutz auf der Strecke nicht so gut funktioniert. Insgesamt war das trotzdem ein guter Stint.“

Maro Engel (Mercedes-AMG Team Toksport WRT), Gesamtplatz 2: „Natürlich habe ich versucht eine Überholmöglichkeit zu kreieren, schade, dass es am Ende nicht ganz gereicht hat. Das Duell mit Christopher Mies hat aber echt Spaß gemacht, leider habe ich bei den Restarts durch den aufgewirbelten Staub kaum etwas sehen können. Es ist hier schwierig zu überholen, ohne neben der Strecke zu landen. Wir sind weiterhin top motiviert und hoffen, bald den Schritt ganz nach oben zu schaffen.“

Mirko Bortolotti (GRT Grasser Racing Team), Gesamtplatz 3: „Wir freuen uns sehr über den Pokal, ich denke, der dritte Platz war für uns heute das bestmögliche Ergebnis. Hier von Startplatz zwei zu starten ist immer schwierig und das Überholen auf dieser Strecke auch immer fordernd. Alles in allem sind wir aber mit unserem Ergebnis heute zufrieden.“

Albert Costa Balboa (GRT Grasser Racing Team), Gesamtplatz 3: „Durch den guten Stint von Mirko konnte ich unsere Position verwalten. Die Wartezeit während der Rennunterbrechung war echt stressig, unsere Strategie hat danach aber gut funktioniert. Wir fokussieren uns jetzt auf morgen. Mental fühle ich mich stark, ich werde mein Bestes im Qualifying geben.“


Ihre zweite Startaufstellung mussten die Fahrerinnen und Fahrer am Sonntagmorgen ausfahren. Die Zeiten gegenüber dem ersten Qualifying wurden nicht schneller. Nach den zwanzig Minuten hatten sich Jules Gounon/Igor Walilko mit sechs absolvierten Runden und einer Zeit von 1:21,981 Minuten die Pole-Position gesichert. Startplatz zwei und drei nehmen Franck Perera/Rolf Ineichen und Maro Engel/Luca Stolz ein. Die neuen Tabellenführer Christopher Mies/Ricardo Feller werden das Rennen von Rang sieben aus aufnehmen. Die Zweit und Drittplatzierten in der Meisterschaft Maximilian Buhk/Raffaele Marciello und Albert Costa Balboa/Mirko Bortolotti stehen in der dritten bzw. vierten Startreihe. Simona De Silvestro/Klaus Bachler mussten sich mit der 25. Startposition zufrieden geben.

Jules Gounon (Team Zakspeed Mobil Krankenkasse Racing): „Ich bin sehr glücklich. Die Pole ist ein tolles Geschenk für meinen Teamkollegen Igor Walilko, der heute Geburtstag hat, und vor allem eine verdiente Belohnung für unsere Mechaniker, die nach unserem Ausfall im Samstagsrennen bis fünf Uhr morgens am Auto geschraubt haben. Es ist meine erste Saison mit dem Mercedes-AMG und ich lerne das Auto immer noch kennen, heute war es absolut perfekt. Es fühlt sich gut an, wieder im ADAC GT Masters auf der Pole-Position zu stehen. Das letzte Mal war 2017 in Hockenheim. Nun wollen wir nachher auch um den Sieg kämpfen.“


Das zweite Rennen an diesem Wochenende nahmen die Pilotinnen und Piloten am Sonntagmittag unter die Räder. Die Pole-Setter konnten nach der Einführungsrunde den fliegenden Start für sich verbuchen. In der ersten Runde wurden Patric Niederhauser/Jusuf Owega umgedreht und konnten danach dem Feld hinterher eilen. Überall im Feld ging es schon mächtig zur Sache. Hugo Sasse/Maximilian Paul standen havariert neben der Strecke. Es lagen auch einige Teile verstreut auf dieser. Sofort wurde das Safety Car herausgeschickt um die Stecke zu reinigen. Es führten unterdessen die Pole-Setter vor Maro Enge/Luca Stolz und Maximilian Buhk/Raffaele Marciello. Franck Perera/Rolf Ineichen waren auf Platz fünf zurückgefallen.

Beim Re-Start konnten sich erneut die Pole-Setter behaupten und führten weiterhin das Feld an. Jesse Krohn/Nick Yelolly griffen in der vierten Runde Constantin Schöll/Hendrik Still an und nahmen danach Platz 21 ein. Mike David Ortmann/Clemens Schmidt und auch Charles Weerts/Dries Vanthoor erhielten eine Penaltylap wegen unkorrekter Startposition. Sie lagen auf den Rängen 11 und dreizehn. Nachdem man die Strafe angetreten hatte war man auf den Plätzen 17 und 18 unterwegs. An der Spitze hatten sich Jules Gounon/Igor Walilko mit 1,110 Sekunden vom übrigen Feld abgesetzt. Julien Andlauer/Joel Eriksson auf Platz vier hatten alle Hände voll zu tun sich Franck Perera/Rolf Ineichen vom Hals zu halten. Diese hatten noch Marvin Kirchhöfer/Jeffrey Schmidt im Schlepptau.

Um den siebten Platz wurde mächtig gekämpft. Die Truppe hier führten Dennis Marschall/Kim Luis Schramm an. Mathieu Jaminet/Michael Ammermüller hatten zwischenzeitlich Christopher Haase/Luca-Sandro Treftz niedergerungen sich damit auf Rang neun gefahren. Einen Rang gut gemacht hatten auch Marvin Kirchhöfer/Jeffrey Schmidt. Sie konnten an Franck Perera/Rolf Ineichen vorbeigehen. Sie versuchten jetzt den Anschluss an die Viertplatzierten zu bekommen. Die neuen Tabellenführer mussten in der vierzehnten Runde absolute Kampflinie fahren, denn der Druck von Mathieu Jaminet/Michael Ammermüller wurde immer größer. Simona De Silvestro/Klaus Bachler versuchten Constantin Schöll/Hendrik Still auf Rang 23 zu attackieren.

Von alledem bekamen die Pole-Setter nichts mit, denn sie hatten ihren Vorsprung schon auf 2,559 Sekunden ausgebaut. Jesse Krohn/Nick Yelloly waren auf einer Aufholjagd unterwegs. Bevor das Boxenzeifenster sich nach 17 Runden öffnete, waren sie bereits auf Platz 17 nach vorne gefahren. Nach 18 Runden kamen Maximilian Buhk/Raffaele Marciello aus der Spitzengruppe zu ihrem Pflichtboxenstopp herein. Genauso vollzogen auch Albert Costa Balboa/Mirko Bortolotti, Jesse Krohn/Nick Yelolly und Jannes Fittje/David Jahn ihren Boxenstopp. Maro Engel/Luca Stolz nahmen ihren Fahrerwechsel nach 19 Runden vor. Die Reihenfolge geriet immer mehr durcheinander. Auch die Führenden kamen bereits früh herein und zwar nach 20 Runden.

Mirko Bortolotti/Albert Costa Balboa schubsten ganz leicht Michael Ammermüller/Mathieu Jaminet an und damit gingen die Lamborghini-Piloten vorbei. Aber die Rennleitung ordnete hier einen Platztausch an. Florian Spengler/Markus Winkelhock bekamen eine Penaltylap weil die Standzeit beim Boxenstopp zu kurz war. Nachdem die Reihenfolge wieder hergestellt war führten weiterhin Igor Walilko/Jules Gounon vor Luca Stolz/Maro Engel und Raffaele Marciello/Maximilian Buhk. Zu dieser Zeit waren Michael Ammermüller/Mathieu Jaminet auf Abwegen unterwegs. Florian Spengler/Markus Winkelhock waren mit Maximilian Hackländer/Mick Wishofer aneinander geraten. Dieser Vorfall wurde von der Rennleitung untersucht. Hier ordnete die Rennleitung dann im nach hinein einen Platztausch an.

Ricardo Feller/Christopher Mies die neuen Tabellenführer lagen auf Rang sieben und versuchten Rolf Ineichen/Franck Perera zu attackieren. Die Drittplatzierten in der Meisterschaft waren auf Platz acht unterwegs. Bei noch zehn Minuten zu fahrender Zeit kamen Jeffrey Schmidt/Marvin Kirchhöfer mit einem brennenden Fahrzeug im vorderen linken Bereich in die Boxengasse gefahren. Der Fahrer konnte sofort aus dem Fahrzeug springen. Danach wurde das Fahrzeug mit dem Feuerlöscher gelöscht. Die Rennleitung schickte das Safety Car heraus, einmal wegen der Rauchentwicklung und weil möglicherweise Öl auf der Strecke sein könnte. Der Re-Start erfolgte nach 36 Runden und Igor Walilko/Jules Gounon konnten ihre Führung behaupten. Im Mittelfeld ging es Rad an Rad mächtig zur Sache.

Die Mercedes-Piloten an der Spitze mussten absolute Kampflinie fahren, denn der Druck von Luca Stolz/Maro Engel wurde immer größer. Doch zwei Runden später hatten die Führenden wieder einen Vorsprung von 1,025 Sekunden herausgefahren. Im gesamten Feld wurde der Lack ausgetauscht. Mirko Bortolotti/Albert Costa Balboa hatten zwischenzeitlich Ricardo Feller/Christopher Mies nach mehrmaligen Anschubsen niedergerungen und sich damit auf Platz sechs gefahren. Nach 42 Runden holte sich das Geburtstagskind Igor Walilko mit seinem Partner Jules Gounon den Sieg vor Luca Stolz/Maro Engel und Raffaele Marciello/Maximilian Buhk. Die Tabellenführer sahen das Ziel auf Rang sechs. Mirko Bortolotti/Albert Costa Balboa hatten sich in der letzten Runde auf Rang fünf gefahren und wurden dort auch abgewunken.

In der Meisterschaft führen Christopher Mies/Ricardo Feller mit 107 Punkten vor Maximilian Buhk/Raffaele Marciello mit 104 und Mirko Bortolotti/Albert Costa Balboa mit 98 Punkten. Kim-Luis Schramm/Dennis Marschall liegen auf Rang eins in der Junior-Wertung mit 189 Zähler, gefolgt von Ricardo Feller mit 151 und Igor Walilko mir 123 Zähler. Die Führung in der Trophy-Wertung hat Florian Spengler mit 183 Punkten inne. Dahinter liegen Rolf Ineichen mit 161 und Elia Erhart mit 157,50 Punkten. Montaplast by Land Motorsport hat mit 110 Zähler in der Team-Wertung die Nase vorne, gefolgt von GRT Grasser Racing Team mit 103 und MANN-FILTER Team Landgraf HTP/WWR mit 101 Zähler.

Igor Waliłko (Team Zakspeed Mobil Krankenkasse Racing), Gesamtplatz 1: „Das ist das beste Geburtstagsgeschenk, das man sich vorstellen kann. Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Jules hat einen tollen Job gemacht. Ein großer Dank geht aber auch an das Team, das unser Auto nach dem gestrigen Ausfall bis in die Nacht repariert hat. In meinem Stint hatte ich anfangs etwas Zeit verloren, ich habe dann versucht mein Tempo zu halten und keine Fehler zu machen. Das ist aufgegangen. Nur während des Safety-Cars wurde ich kurz noch mal etwas nervös. Das ist mein erstes Podium im ADAC GT Masters und ich bin überglücklich.“

Jules Gounon (Team Zakspeed Mobil Krankenkasse Racing), Gesamtplatz 1: „Der Sieg fühlt sich großartig an. Heute Vormittag haben wir mit der Pole-Position einen wichtigen Grundstein für das Rennen gelegt. Ich habe in meinem Stint versucht die Reifen zu schonen und eine Lücke zu Maro Engel herauszufahren – was auch geklappt hat. Igor hat danach echt einen guten Job gemacht und dem Druck standgehalten. Drei Mercedes-AMG vorne zu sehen ist sehr schön.“

Maro Engel (Mercedes-AMG Team Toksport WRT), Gesamtplatz 2: „Wir sind mit Platz zwei auf jeden Fall zufrieden. Der Plan am Start war möglichst einen Platz gutzumachen, das hat auch gut funktioniert. Mit dem Erfolgsballast von gestern war es klar, dass es schwierig sein wird, an Jules ranzukommen. Insgesamt war das ein sehr gutes und problemfreies Rennen. Wir werden weiterhin unser Ding machen und mal sehen, wo wir am Ende der Saison stehen werden.“

Luca Stolz (Mercedes-AMG Team Toksport WRT), Gesamtplatz 2: „Nach dem Safety-Car-Einsatz konnte ich meine Reifen gut auf Temperatur halten und hätte auch vielleicht kurz eine Chance auf den Sieg gehabt. Wir sind dann aber auf Nummer sicher gegangen und haben uns ohne Risiko Platz zwei gesichert. Am Sachsenring hatten wir 2020 ein sehr starkes Auto, wir hoffen dort endlich unseren ersten Saisonsieg einzufahren.“

Maximilian Buhk (Mann-Filter Team Landgraf - HTP/WWR), Gesamtplatz 3: „Das war ein gutes Wochenende und wir konnten viele Punkte sammeln. Ich hätte in meinem Stint einen Tick schneller gekonnt, wollte aber angesichts der Tabellensituation nichts Dummes riskieren – schon gar nicht gegen einen Markenkollegen. Stattdessen habe ich sogar eher etwas Tempo rausgenommen, um die Reifen für Lello zu schonen. Es wird ab jetzt auf die Konstanz ankommen. Einen Nuller darf sich jetzt niemand mehr leisten, es geht darum, in jedem Rennen gut zu punkten. Das heißt aber auch, du musst auf jeder Rennstrecke so schnell sein, dass du im Qualifying jeweils weit vorne stehst. Sonst ist es Essig mit guten Punkten.“

Raffaele Marciello (Mann-Filter Team Landgraf - HTP/WWR), Gesamtplatz 3: „In den ersten Runden hat das Auto gut funktioniert, zum Ende hin ist aber ein Dämpfer gebrochen, weswegen wir froh sein können, es ins Ziel geschafft zu haben. Ich konnte trotzdem mein Tempo gut halten und bin froh über das Ergebnis. Wir haben noch drei Rennwochenenden vor uns und es ist noch immer sehr spannend. Wir werden am Sachsenring unser Bestes geben.“