Nico Müller holt am Samstag volle Punktzahl

Bereits eine Woche nach dem Rennen im niederländischen Assen gastiert die DTM vom 11. bis 13. September in der Eifel auf dem Nürburgring. Dort stehen die Läufe neun und zehn auf dem Programm. Die DTM wird auch direkt dort bleiben, denn vom 18. bis 20. September werden die Piloten die Rennen elf und zwölf dort in Angriff nehmen. In der ersten Session wird der Grand-Prix-Kurs gefahren. Eine Woche später steht dann in Kurzanbindung zur Debatte.

Der Nürburgring ist die Rennstrecke mit der längsten Historie in Deutschland und die einzige, die seit 1984 in jedem Jahr Bestandteil des DTM-Kalenders war. 15 Siege hat Audi in der DTM auf dem Nürburgring gefeiert. Den ersten 1990 mit Rallye-Weltmeister Walter Röhrl am Steuer des Audi V8 quattro. Auch alle anderen DTM-Rennwagen von Audi stehen in der Siegerliste. Als Tabellenführer reist der Schweizer Nico Müller (Audi Sport Team Abt Sportsline) mit 164 Punkten hierher an, gefolgt von seinem Teamkollegen dem Niederländer Robin Frijns mit 138 und Rene Rast (Audi Sport Team Rosberg) mit 120 Punkte.

Der fünfte Saisonlauf auf dem Nürburgring markiert die „Halbzeit“ in der kompakten DTM-Saison mit neun Rennwochenenden. In der Eifel erlebt die DTM ein Comeback, das für alle Fahrer Neuland bedeutet. Denn erstmals seit 19 Jahren fährt die DTM wieder auf dem Grand-Prix-Kurs. Damals war der GP-Kurs allerdings nur 4,556 Kilometer lang, inklusive der später errichteten Mercedes-Arena misst die GP-Strecke heute 5,148 Kilometer. Vor allem das Audi Sport Team Abt Sportsline wird sich gerne an das Eifelrennen am 06. Mai 2001 zurückerinnern. Damals bejubelte die Mannschaft aus Kempten den ersten Sieg ihres privat eingesetzten Abt-Audi TT-R mit dem Franzosen Laurent Aiello am Steuer. Der Nürburgring hat seit der Premiere der Tourenwagen-Serie 1984 einen festen Platz im DTM-Kalender. Am Wochenende trägt die DTM die Rennen 83 und 84 am 'Ring' aus.

Loïc Duval (Audi Sport Team Phoenix): „Dieser Ort hat so viel Historie. Es ist immer wieder toll, dort hinzukommen. Die Strecke ist sehr technisch mit einem ziemlich hohen Reifenverschleiß. Im vergangenen Jahr hatte ich dort tolle Kämpfe. Cool, dass wir in diesem Jahr auch auf der Grand-Prix-Strecke fahren. Diese von mir präferierte Variante bin ich zuletzt 2016 mit dem LMP1-Rennwagen von Audi gefahren. Ich erinnere mich, dass wir auf dem Podium standen.“

Sheldon van der Linde (BMW Team RBM): „Nach meinem ersten Sieg in der DTM am vergangenen Wochenende komme ich mit viel Motivation und viel positiver Energie zum Nürburgring. Ich freue mich sehr darauf, wieder dort zu fahren, besonders die Grand-Prix-Strecke. Das wird definitiv der Höhepunkt der beiden aufeinanderfolgenden Nürburgring-Wochenende sein. Besonders freue ich mich auf das Schumacher-S. Ich bin gespannt, ob wir das mit Vollgas fahren können. Das wäre dann schon sehr speziell.“

Robert Kubica (Orlen BMW Team ART): „Nürburgring – das ist ein historischer Ort im Motorsport, vor allem wegen der Nordschleife. Auf dieser legendären Strecke bin ich noch kein Rennen gefahren, aber ich nutze die Tage vor dem DTM-Wochenende für ein paar Runden mit dem Straßenauto. Den neuen Nürburgring kenne ich schon aus meiner Formel-3-Zeit, auch mit der Formel 1 war ich dort schon am Start. Ich hoffe, ich kann vor allem von der Erfahrung aus den vielen DTM-Testrunden im Juni am Wochenende etwas profitieren.“


16 Piloten machten sich am Freitagmittag von 13.00 Uhr bis 13.45 Uhr bereit, ihr erstes freies Training bei strahlendem Sonnenschein hinter sich zu bringen. In dieser dreiviertel Stunde kam es immer wieder zu Positionsverschiebungen. Der schnellste Mann war im Enddefekt der BMW-Pilot Marco Wittmann (BMW Team RMG) mit 21 absolvierten Runden und einer Zeit von 1:48,113 Minuten. Hinter ihm lagen Nico Müller und Timo Glock (BMW Team RMG). Robin Frijns hatte sich auf Rang vier platziert. Bei Rene Rast lief es nicht nach Plan, denn er musste sich mit Platz 16 zufrieden geben.


Am späten Freitagnachmittag mussten die Fahrer nochmals hinaus auf die Strecke um ihr zweites freies Training zu absolvieren. Die Zeiten wurden nochmals schneller. Diesmal konnte sich der Tabellenführer Nico Müller mit einer Zeit von 1:47,543 Minuten in Szene setzen. Platz zwei und drei nahmen Robin Frijns und Rene Rast ein. Als bester BMW-Pilot konnte sich Marco Wittmann auf Rang fünf platzieren. Timo Glock musste sich mit Rang zehn zufrieden geben.


Ernst wurde es dann für die Fahrer am Samstagvormittag um 10.35 Uhr, denn nun mussten sie ihre Startaufstellung für das Rennen am Mittag ausfahren. Bei noch elf Minuten zu fahrender Zeit hatte sich Rene Rast mit 1:47,150 Minuten auf die Pole-Position gefahren, gefolgt von Nico Müller und Marco Wittmann. Robin Frijns lag auf Platz vier. Der Niederländer hatte sich zwischenzeitlich in den Windschatten von Rene Rast gefahren und schob sich somit auf Platz drei. Bei Halbzeit des Qualifyings kamen die Piloten alle in die Box und holten sich ihren zweiten Satz Reifen.

Wenig später war Rene Rast beim Beschleunigen eingangs der Start und Zielgeraden auf Abwegen unterwegs. Unterdessen waren Ferdinand Habsburg und Loic Duval aneinander geraten. Diese Situation wurde von den Sportkommissaren nach dem Qualifying bearbeitet. Jonathan Aberdein hatte das Fahrzeug auf Rang neun liegend nicht mehr unter Kontrolle und war von der Strecke abgeflogen. Dabei hatte er sein Fahrzeug leicht beschädigt. Die Pole-Position holte sich in der letzten Runde mit einer Zeit von 1:46,834 Minuten Nico Müller. Hinter ihm werden Rene Rast und Robin Frijns in Rennen gehen. Als bester BMW-Pilot startet Marco Wittmann von Platz vier.

Im nach hinein hatten die Sportkommissare dann zwei Strafen ausgesprochen. Die eine betraf Ferdinand Habsburg und die andere Jonathan Aberdein. Ferdinand Habsburg wird in der Startaufstellung um fünf Plätze wegen Blockierens nach hinten versetzt und startet daher von Position elf. Jonathan Aberdein traf es noch härter, denn er wird vom Qualifying für das Samstagsrennen wegen unerlaubten Arbeitens unter Parc-Ferme-Bedingungen disqualifiziert. Er darf trotzdem am Rennen teilnehmen, muss allerdings vom Ende der Startaufstellung starten.


Bei strahlendem Sonnenschein nahmen die Fahrer am Samstagmittag ihren neunten Lauf in dieser Saison unter die Räder. Nach der Einführungsrunde funktionierte der Start ohne Probleme. Nico Müller konnte seine Pole behaupten und führte die Meute in die erste Kurve. Marco Wittmann schob unterdessen Jamie Green von der Strecke. Überall im Feld wurde hart gefightet. Es wurde hier und da auch schon etwas der Lack ausgetauscht. Nach der ersten Runde führte weiterhin Nico Müller vor Rene Rast und Robin Frijns.

Loic Duval hatte Ende Start und Ziel gleich zwei Piloten niedergerungen und sich auf Rang sieben gefahren. Einen harten Kampf lieferten sich Robert Kubica und Fabio Scherer um Platz 15. Zwischenzeitlich war Jonathan Aberdein auf Abwegen unterwegs. Er war aus der Boxengasse gestartet, weil man zu lange am Fahrzeug gearbeitet hatte. Er konnte sich nach drei Runden bereits auf Platz zwölf fahren. Die ersten vier hatten sich ein wenig vom Feld abgesetzt. An der Spitze hatte der Schweizer sich mit über einer Sekunde Vorsprung abgesetzt.

Mike Rockenfeller auf Platz vier versuchte unterdessen den Anschluss an Robin Frijns zu bekommen. Lucas Auer, dass gestrige Geburtstagskind war auf Platz zehn unterwegs. Er musste sich harten Attacken gegenüber Jamie Green erwehren. Der Brite hatte auch noch Jonathan Aberdein im Schlepptau. Nach sechs absolvierten Runden hatte Marco Wittmann den Anschluss an Mike Rockenfeller gefunden. Bei noch 45 Minuten zu fahrender Zeit war Jonathan Aberdein schon zum Boxenstopp hereingekommen. Der Abstand vom Führenden zu Rene Rast blieb zunächst rundenlang konstant.

Jamie Green kam ebenfalls sehr früh zum Reifenwechsel herein. Es waren gerade einmal sieben Runden gefahren. Zu dieser Zeit war das Feld weit auseinander gerissen. Es hatten sich zwar hier und dort ein paar Grüppchen gebildet in denen hart gefightet wurde. Loic Duval hatte sich leicht verbremst, konnte aber Timo Glock trotzdem hinter sich halten. Hier ging es um die siebte Position. Mike Rockenfeller holte sich in der neunten Runde neue Reifen. Zur gleichen Zeit war auch Robert Kubica hereingekommen. Loic Duval und Timo Glock kamen beide gleichzeitig in die Box.

Der Franzose stand nun unter Beobachtung wegen Überfahrens der weißen Linie am Boxeneingang. Er hatte wenig später eine 5-Sekunden Pitstop-Strafe erhalten. Marco Wittmann und Philipp Eng waren die nächsten die sich neue Reifen holten. Philipp Eng konnte vor Marco Wittmann die Box verlassen. In der dreizehnten Runde kam der Führende Schweizer in die Box. Zur gleichen Zeit setzte sich Robin Frijns neben Rene Rast und konnte diesen niederringen. Damit hatte der Niederländer jetzt die Führung übernommen. Beim Überholen von Rene Rast hatte Robin Frijns den amtierenden Meister abgedrängt und dieser Vorfall stand nun unter Beobachtung.

Beim nächsten Umlauf holte sich Rene Rast neue Reifen. Robin Frijns erhielt keine Strafe wegen des Vorfalls mit Rene Rast. Der Niederländer und Lucas Auer waren die einzigen, die noch nicht in der Box gewesen waren. Bei noch 28 Minuten zu fahrender Zeit kam der Niederländer herein. Er konnte vor Rene Rast auf die Strecke zurück kommen. Wenig später tauschten beide beim Überholen von Rene Rast etwas den Lack aus. An der Spitze führte Nico Müller mit einem Vorsprung von 5,5 Sekunden vor Mike Rockenfeller und Rene Rast. In der vierzehnten Runde war Lucas Auer der Letzte der sich neue Reifen geholt hatte.

Um Platz fünf musste Philipp Eng hart kämpfen, denn Timo Glock setzte ihn immer mehr unter Druck. Runde um Runde setzte sich Nico Müller an der Spitze immer weiter ab. Marco Wittmann war als bester BMW-Pilot auf Platz fünf unterwegs und versuchte immer näher an Robin Frijns heran zu kommen. In der letzten viertel Stunde war der amtierende Meister an Mike Rockenfeller dran. Robin Frijns hatte sich an dieses Duo herangearbeitet und wartete nur auf eine Chance vielleicht direkt an beiden vorbei zu gehen. Es ging hier um den zweiten Platz auf dem Treppchen. Ohne Probleme konnte Rene Rast auf der Start und Zielgeraden vorbeigehen.

Er musste dann auch noch Robin Frijns ziehen lassen. Damit hatte Mike Rockenfeller gleich zwei Positionen in einer Runde verloren. Im Verlauf der 24. Runde war nun auch Marco Wittmann im Windschatten von Mike Rockenfeller. Dieser konnte den BMW-Piloten nicht halten und musste ihn ziehen lassen. Doch so einfach wollte Mike Rockenfeller sich nicht geschlagen geben und holte vor der nächsten Kurve zum Gegenkonter aus. Marco Wittmann konnte sich dann aber durch setzten und setzte sich dann auch von dem Audi-Fahrer etwas ab. Mike Rockenfeller lag jetzt auf Platz fünf.

Da der Niederländer mit den frischesten Reifen unterwegs war, kam er nun Runde um Runde immer näher an Rene Rast heran. Von alledem bekam Nico Müller an der Spitze nichts mit, denn sein Vorsprung war auf über elf Sekunden herangewachsen. In den letzten acht Minuten musste Rene Rast absolute Kampflinie fahren. Bei noch fünfeinhalb Minuten hatte Robin Frijns Ende Start und Ziel zu viel riskiert. Er war viel zu schnell unterwegs. Kam innen auf die Curbs, schoss über die Strecke und landete dann außen auf dem Dreck und drehte sich dort von der Strecke. Er hatte es mit der Brechstange versucht. Davon profitierte Rene Rast. Er war jetzt auf und davon gefahren.

Im nach hinein hatte der amtierende Meister noch Glück, dass er nicht von Robin Frijns mit ins Aus genommen worden war. Der Niederländer hatte sich selbst sein gutes Rennen ruiniert. Nach dieser Aktion war er nur noch auf Platz fünf unterwegs, denn Marco Wittmann und Mike Rockenfeller konnten auch noch an ihm vorbeigehen. Nach diesem Ausritt bekam es Robin Frijns in den letzten drei Minuten mit Philipp Eng zu tun. In der letzten Minute versuchte Loic Duval niederzuringen Timo Glock. Dieser schlug ihm jedes Mal die Türe vor der Nase zu. Hier ging es um Platz sieben. Nach 31 Runden wurde Nico Müller mit einem Vorsprung von 15,6 Sekunden als Sieger abgewunken vor Rene Rast und Marco Wittmann. Robin Frijns überquerte die Ziellinie als Fünfter.

Nico Müller (Audi Sport Abt Sportsline): „Das war ein perfektes Rennen. Ich hatte einen super Start, einen sehr guten Boxenstopp, die Strategie war perfekt, und auch das Reifenmanagement hat gepasst. Ich genieße diesen Sieg. Es ist in den vergangenen Wochen nicht immer alles in meine Richtung gelaufen, heute war das aber der Fall. Vor allem das Qualifying mit der Pole-Position war die perfekte Voraussetzung für den heutigen Erfolg. Wir wollen uns, wenn möglich, immer weiter verbessern. Unser Ziel sind weitere Siege.“

René Rast (Audi Sport Team Rosberg): „Am Anfang habe ich versucht, Nico Müller zu folgen, doch bald hatte ich nichts mehr entgegen zusetzen. Der erste Stint war nicht so gut, zudem habe ich im Kampf mit Robin Frijns Zeit verloren. Der zweite Stint war aus meiner Sicht besser. In Kurve eins war ich schon sehr spät auf der Bremse, Robin noch später. Danach konnte ich meinen zweiten Platz sicher ins Ziel bringen, ich habe nur im Spiegel den Abstand zu Marco Wittmann kontrolliert. Bei Nico Müller war heute einfach alles optimal, das war herausragend.“

Marco Wittmann (BMW Team RMG): „Ich bin sehr happy. Das war heute ein guter Tag in der Qualifikation und im Rennen. Wir kämpfen ja allgemein mit unserer Pace, aber heute war sie okay. Das Podium war etwas glücklich, bedingt durch den Dreher von Robin Frijns. Insofern haben wir das Maximum unter diesen trockenen Bedingungen herausgeholt. Wir haben weiterhin noch einige Arbeit vor uns. Ich hoffe aber, dass wir in der zweiten Saisonhälfte näherkommen.“


Am Sonntagmorgen von 10.45 Uhr bis 11.05 Uhr stand das zweite Qualifying auf dem Programm. Dieses wurde wiederum bei herrlichstem Spätsommerwetter abgehalten. Die Zeiten gegenüber gestern wurden nicht schneller. Nico Müller holte sich nach neun Runden mit einer Zeit von 1:46,958 die Doppel-Pole an diesem Wochenende, gefolgt von Robin Frijns und Rene Rast. Als bester BMW-Pilot wird Sheldon van der Linde von Rang sieben aus ins Rennen gehen.


Auch am Sonntag meinte es der Wettergott gut mit den Piloten und sie gingen erneut bei sonnigem Wetter an den Start. Ferdinand Habsburg wurde disqualifiziert vom Qualifying für das Sonntagsrennen wegen unerlaubten Arbeitens unter Parc-Fermè Bedingungen. Der Fahrer darf trotzdem teilnehmen, muss allerdings vom Ende der Startaufstellung starten. Harrison Newey erhielt die gleiche Strafe bei ihm wegen Verstoß gegen Post-Qualifying-Parc-Fermè-Bestimmungen. Da man bei ihm aber sehr sehr lange noch am Fahrzeug gearbeitet hatte, wird er aus der Boxengasse starten. Nach der Einführungsrunde konnte der Pole-Setter seine Führung wieder behaupten. In Turn 1 sind alle gut durchgekommen.

Wenig später waren einige der Piloten schon etwas im Dreck unterwegs .Einer von ihnen war Lucas Auer, danach war er ans Ende des Feldes zurückgefallen. Marco Wittmann hingegen hatte drei Plätze eingebüßt. Er war auf Platz dreizehn unterwegs. Nach der ersten Runde führte weiterhin Nico Müller vor Robin Frijns und Rene Rast. Loic Duval stand unterdessen unter Beobachtung wegen eines Frühstarts. Die ersten beiden hatten sich nach zwei Runden bereits mit einigen Wagenlängen vom Feld abgesetzt. Beim nächsten Umlauf hatten sich Rene Rast und Mike Rockenfeller auf den Plätzen drei und vier etwas frei schwimmen können.

Loic Duval hatte sich harten Attacken gegenüber Jamie Green zu erwehren. Dieser hatte noch Sheldon van der Linde und Jonathan Aberdein im Schlepptau. Von alledem bekam Nico Müller nichts mit, denn er hatte an der Spitze bereits wieder einen Vorsprung von 1,238 Sekunden herausgefahren. Bereits in der sechsten Runde kam Lucas Auer in die Box gefahren. Rundenlang fuhr man zunächst wie an der Perlenschnur aufgezogen hintereinander her. Fabio Scherer hatte zu dieser Zeit sein Fahrzeug nicht mehr unter Kontrolle und schoss von der Strecke. Danach holte er sich dann auch neue Reifen.

Robert Kubica war auf Platz zehn unterwegs und versuchte näher an seinen Vordermann Philipp Eng heran zu kommen. Ferdinand Habsburg, Philipp Eng und Timo Glock hatten ihren Pflichtboxenstopp nach acht Runden absolviert. Als nächste folgten Loic Duval und Sheldon van der Linde. Die Reihenfolge geriet jetzt erst einmal durcheinander. Mike Rockenfeller war der Erste aus der Spitzengruppe der sich neue Reifen holte. Acht Piloten mussten bei noch 35 Minuten zu fahrender Zeit ihren Pflichtboxenstopp noch absolvieren. In der elften Runde kamen der Pole-Setter und Rene Rast in die Box.

Nico Müller konnte vor Rene Rast wieder aus der Box fahren. Sie kamen vor Mike Rockenfeller auf Platz neun wieder auf die Strecke. Zwischen dem amtierenden Meister und Mike Rockenfeller ging es jetzt zur Sache. Immer wieder versuchte Letzterer an Rene Rast vorbeizugehen, denn dieser war mit kalten Reifen unterwegs. Aber der Rosberg-Pilot schlug ihm jedes Mal die Türe vor der Nase zu. Eine fünf Sekunden-Strafe hatte Harrison Newey erhalten wegen Verlassens der Strecke. Die Führung hatte jetzt Jamie Green übernommen vor Jonathan Aberdein und Robert Kubica.

Diese waren aber noch nicht in der Box gewesen. Rad an Rad ging es zwischenzeitlich zwischen Timo Glock und Philipp Eng zu. Hier ging es zunächst um Platz zwölf. Robin Frijns hatte sich unterdessen auch schon neue Reifen geholt und lag vor Rene Rast. Zu dieser Zeit mussten die ersten drei Piloten Jamie Green, Marco Wittmann und Jonathan Aberdein noch in die Box kommen. Nach 16 Runden trat dann Harrison Newey seine Strafe an. Robin Frijns hatte jetzt den Anschluss an Nico Müller gefunden. Im Verlauf der 19. Runde hatte der Niederländer vor der NGK-Schikane sich den Schweizer geschnappt und war vorbei gegangen. Als Letzter holte man den Briten Jamie Green zum Pflichtboxenstopp rein.

Nachdem die Reihenfolge jetzt wieder hergestellt war führte Robin Frijns vor Nico Müller und Rene Rast. Der Niederländer war mit über zwei Sekunden bereits auf und davon gefahren. Er baute seinen Vorsprung Runde um Runde immer weiter aus. In der letzten viertel Stunde hatte sich Rene Rast von seinem Verfolger Mike Rockenfeller etwas frei schwimmen können. Jonathan Aberdein hatte sich dann Timo Glock geschnappt und sich auf Platz acht gefahren. In der gleichen Runde konnte auch noch Jamie Green an Timo Glock vorbeigehen. Philipp Eng musste absolute Kampflinie fahren, denn der Druck von Jamie Green wurde immer größer. In der Dunlop Kehre konnte sich der Brite dann auf Platz acht fahren.

Der Pole Robert Kubica war nach seinem Reifenwechsel auf Rang dreizehn unterwegs. Vor ihm lag jetzt Timo Glock. Bei ihm bauten die Reifen auch immer mehr ab. Rene Rast konnte sich Runde um Runde immer näher an den Tabellenführer heranfahren. In den letzten zehn Minuten hatte Jonathan Aberdein sich harten Attacken gegenüber Jamie Green zu erwehren. Zur gleichen Zeit war Lucas Auer auf Platz elf fahrend auf Abwegen unterwegs. Der Kampf um Platz zwei wurde Runde um Runde immer härter. Ende Start und Ziel hatte sich der amtierende Meister dann auf Platz zwei gefahren.

Robin Frijns an der Spitze fuhr ein einsames Rennen. Rene Rast hatte plötzlich einen kleinen Fehler gemacht. Er kam in den Dreck und sofort war Nico Müller wieder an ihm dran. Rene Rast konnte aber dagegen halten und sich wieder etwas absetzen. In der Schlussphase hatte sich Mike Rockenfeller an den Tabellenführer heran gearbeitet. Der hatte auch noch Loic Duval im Schlepptau. Zwischen Jamie Green und Jonathan Aberdein ging es mächtig vor der NGK-Schikane zur Sache, mit der Folge, dass der Brite im Grünen landete. Robert Kubica hatte sich gegenüber Timo Glock Luft verschafft, da dieser von Harrison Newey beschäftigt wurde.

Der Vorfall zwischen Jamie Green und Jonathan Aberdein stand unter Beobachtung. In der letzten Minute setzte sich Mike Rockenfeller auf der Start und Zielgeraden neben Nico Müller. Zuerst konnte der Schweizer sich noch behaupten, aber Mike Rockenfeller hatte dann den längeren Atem. Loic Duval wollte nun auch noch an Nico Müller vorbei. Jonathan Aberdein musste mit Jamie Green die Plätze tauschen. Vor Start und Ziel war der Franzose in der vorletzten Runde an Nico Müller vorbeigegangen und hatte sich damit auf Platz vier gefahren. Robin Frijns wurde nach 31 Runden als Sieger abgewunken vor Rene Rast und Mike Rockenfeller. Nico Müller überquerte die Ziellinie als Fünfter.

In der Meisterschaft hat Nico Müller jetzt 205 Punkten vor Robin Frijns mit 176 und Rene Rast mit 159 Punkten. Audi Sport Team Abt Sportsline liegt in der Teamwertung mit 381 Zähler auf Platz eins, gefolgt von Audi Sport Team Rosberg mit 212 und Audi Sport Team Phoenix mit 164 Zähler. In der Konstruktionswertung hat Audi mit 690 Punkten die Nase vorne vor BMW mit 290 Punkten.

Robin Frijns (Audi Sport Team Abt Sportsline): „Dieser Sieg fühlt sich schon anders an als mein erster DTM-Sieg vor einer Woche. In Assen habe ich bis zur Ziellinie um den Sieg gekämpft, heute hatte ich freie Fahrt, nachdem ich an Nico Müller vorbei war. Trotzdem habe ich meine Reifen geschont, denn ich wusste ja nicht, was in der Schlussphase noch passieren würde. Zu Beginn des Rennens konnte ich mit Nico gut mithalten, wir waren ungefähr gleich schnell. Nach dem Boxenstopp habe ich schnell gemerkt, dass Nico nicht mehr den normalen Topspeed hatte. Ich bin dann leicht vorbeigekommen. Unser Abt-Team macht nichts anders, aber an diesem Wochenende hatten Nico und ich offensichtlich einen Vorteil.“

René Rast (Audi Sport Team Rosberg): „Ich denke, wir haben im Samstagrennen und auch heute das Maximale herausgeholt. Leider habe ich heute einen kleinen Fehler gemacht und bin leicht ins Kiesbett geraten, aber das hat mich nicht den Sieg gekostet. Wir haben einen Schritt nach vorn gemacht, jedoch ist es schwer, sich an Nico Müller und auch Robin Frijns heran zu kämpfen. Sie haben beide ein starkes Paket und machen keine Fehler. Wenn wir wüssten, wo der Unterschiedlich tatsächlich liegt, würden wir es sofort ändern. Wenn es nicht so läuft, wie man es wünscht, verliert man etwas das Vertrauen, man zweifelt, man ändert Dinge, aber das ist nicht immer das Beste. Wenn alles glatt läuft, ist alles einfacher. Das kenne ich ja aus dem vergangenen Jahr.“

Mike Rockenfeller (Audi Sport Team Phoenix): „Natürlich freue ich mich über meine erste Podiumsplatzierung in diesem Jahr. Aber ich weiß auch, dass ich unter normalen Umständen nur Vierter oder Fünfter geworden wäre. Meine Jungs und meine Ingenieure arbeiten immer sehr hart, und so ist das Podium auch für sie eine Belohnung. Wir versuchen zu verstehen, woher der Abstand kommt. Daran arbeiten wir fortwährend. Nico Müller hatte heute ein Problem, er war auf den Geraden nicht mehr so schnell wie normal. Diese Chance zum Podium habe ich genutzt.“


DTM

Ergebnis Lauf 9 – Nürburgring

5. Rennen DTM – 11. – 13. September 2020 – Nürburg

Gestartet: 16 Fahrzeuge - Gewertet: 16 - Streckenlänge: 5,148 km - Renndistanz: 159,588 km - Dauer: 31 Runden

Platz Start-Nr. Fahrer Team Fahrzeug Zeit / Rückstand
1 51 Müller, Nico Audi Sport Team Abt Sportsline Audi RS 5 DTM 58:10,215
2 33 Rast, René Audi Sport Team Rosberg Audi RS 5 DTM + 15,655
3 11 Wittmann, Marco BMW Team RMG BMW M 4 DTM + 18,141
4 99 Rockenfeller, Mike Audi Sport Team Phoenix Audi RS 5 DTM + 20,842
5 4 Frijns, Robin Audi Sport Team Abt Sportsline Audi RS 5 DTM + 22,978
6 25 Eng, Philipp BMW Team RBM BMW M 4 DTM + 23,389
7 16 Glock, Timo BMW Team RMR BMW M 4 DTM + 28,101
8 31 Van der Linde, Sheldon BMW Team RBM BMW M 4 DTM + 31,236
9 28 Duval, Loic Audi Sport Team Phoenix Audi RS 5 DTM + 38,442
10 27 Aberdein, Jonathan BMW Team RBM BMW M 4 DTM + 46,735
11 62 Habsburg, Ferdinand WRT Team Audi Sport Audi RS 5 DTM + 47,537
12 22 Auer, Lukas BMW Team RMG BMW M 4 DTM + 47,905
13 53 Green, Jamie Audi Sport Team Rosberg Audi RS 5 DTM + 49,168
14 10 Newey, Harrison WRT Team Audi Sport Audi RS 5 DTM + 50,200
15 13 Scherer, Fabio WRT Team Audi Sport Audi RS 5 DTM + 51,984
16 8 Kubica, Robert Orlen Team ART BMW M 4 DTM + 1:16,023
Schnellste Runde: Start-Nr. 51, Müller, Nico in 1:49,975 Min. = 168,518 km/h in Runde 14

DTM

Ergebnis Lauf 10 – Nürburgring

5. Rennen DTM – 11. – 13. September 2020 – Nürburg

Gestartet: 16 Fahrzeuge - Gewertet: 15 - Streckenlänge: 5,148 km - Renndistanz: 159,588 km - Dauer: 31 Runden

Platz Start-Nr. Fahrer Team Fahrzeug Zeit / Rückstand
1 4 Frijns, Robin Audi Sport Team Abt Sportsline Audi RS 5 DTM 58:16,157
2 33 Rast, René Audi Sport Team Rosberg Audi RS 5 DTM + 4,281
3 99 Rockenfeller, Mike Audi Sport Team Phoenix Audi RS 5 DTM + 10,258
4 28 Duval, Loic Audi Sport Team Phoenix Audi RS 5 DTM + 12,573
5 51 Müller, Nico Audi Sport Team Abt Sportsline Audi RS 5 DTM + 13,096
6 31 Van der Linde, Sheldon BMW Team RBM

BMW M 4 DTM

+ 13,487
7 53 Green, Jamie Audi Sport Team Rosberg Audi RS 5 DTM + 16,741
8 27 Aberdein, Jonathan BMW Team RBM BMW M 4 DTM + 17,697
9 11 Wittmann, Marco BMW Team RMG BMW M 4 DTM + 19,620
10 25 Eng, Philipp BMW Team RBM BMW M 4 DTM + 28,909
11 22 Auer, Lukas BMW Team RMG BMW M 4 DTM + 29,902
12 8 Kubica, Robert Orlen Team ART BMW M 4 DTM + 31,970
13 10 Newey, Harrison WRT Team Audi Sport Audi RS 5 DTM + 34,899
14 16 Glock, Timo BMW Team RMR BMW M 4 DTM + 43,837
15 62 Habsburg, Ferdinand WRT Team Audi Sport Audi RS 5 DTM + 56,394
- 13 Scherer, Fabio WRT Team Audi Sport Audi RS 5 DTM - 5 lap
Schnellste Runde: Start-Nr. 4, Frijns, Robin in 1:50,219 Min. = 168,145 km/h in Runde 15

DTM 2020

Fahrerwertung nach 10 von 18 Rennen

Platz Start-Nr. Fahrer Fahrzeug Gesamt 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 13 14 15 16 17 18
1 51 Müller, Nico Audi RS 5 DTM 205 25/2 25/1 25/2 18/2 18/3 10/2 15/1 15 3/25 3/10
2 4 Frijns, Robin Audi RS 5 DTM 176 2/3 18/2 15/3 12/3 15/1 15/3 25/2 18/1 1/10 2/25
3 33 Rast, René Audi RS 5 DTM 159 10/1 15/3 6 25/1 25/2 8/1 10 10/3 2/18 1/18
4 28 Duval, Loic Audi RS 5 DTM 85 15 6 /1 4 6 4 18/3 12/2 2 12
5 99 Rockenfeller, Mike Audi RS 5 DTM 79 12 10 0 10 8 0 12 0 12 15
6 31 Van der Linde, Sheldon BMW M 4 DTM 72 0 8 18 0 2 1 6 25 4 8
7 16 Glock, Timo BMW M 4 DTM 68 4 0 10 8 12 18 2 8 6 0
8 11 Wittmann, Marco BMW M 4 DTM 61 0 1 12 15 10 2 0 4 15 2
9 53 Green, Jamie Audi RS 5 DTM 53 18 12 4 0 1 12 0 0 0 6
10 22 Auer, Lukas BMW M 4 DTM 36 6 4 0 0 0 25 0 1 0 0
11 25 Eng, Philipp BMW M 4 DTM 31 8 0 2 6 4 0 0 2 8 1
12 27 Aberdein, Jonathan BMW M 4 DTM 24 1 2 0 2 0 6 8 0 1 4
13 62 Habsburg, Ferdinand Audi RS 5 DTM 19 0 0 8 1 0 0 4 6 0 0
14 10 Newey, Harrison Audi RS 5 DTM 1 0 0 1 0 0 0 0 0 0 0
15 8 Kubica, Robert BMW M 4 DTM 1 0 0 0 0 0 0 1 0 0 0
16 13 Scherer, Fabio Audi RS 5 DTM 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0

Teamwertung nach 10 von 18 Rennen

Platz Team Fahrzeug Gesamt 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 13 14 15 16 17 18
1 Audi Sport Team Abt Sportsline Audi RS 5 DTM 381 32 46 45 35 37 30 43 34 39 40
2 Audi Sport Team Rosberg Audi RS 5 DTM 212 29 30 10 26 28 21 10 13 20 25
3 Audi Sport Team Phoenix Audi RS 5 DTM 164 27 16 1 14 14 4 33 14 14 27
4 BMW Team RMG BMW M 4 DTM 129 4 1 22 23 22 20 2 12 21 2
5 BMW Team RBM BMW M 4 DTM 103 8 8 20 6 6 1 6 27 12 9
6 BMW Team RMR BMW M 4 DTM 60 7 6 0 2 0 31 8 1 1 4
7 WRT Team Audi Sport Audi RS 5 DTM 20 0 0 9 1 0 0 4 6 0 0
8 Orlen Team Art (art Grand Prix) Audi RS 5 DTM 1 0 0 0 0 0 0 1 0 0 0

Herstellerwertung nach 10 von 18 Rennen

Platz Hersteller Fahrzeug Gesamt 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 13 14 15 16 17 18
1 Audi Audi RS 5 DTM 690 76 76 60 71 72 51 76 61 71 76
2 BMW BMW M 4 DTM 290 19 15 42 31 28 51 17 39 33 15